Marktbericht: Börse New York
US-Börsen schließen mit Verlusten

Nach dem durch das Billionen-Dollar-Programm der US-Notenbank bedingte Hoch am Mittwoch, ist die Stimmung an den US-Börsen am Donnerstag gekippt: Wachsende Verunsicherung über die neue Geldspritze der Federal Reserve haben die US-Börsen ins Minus gedrückt. Gewinnmitnahmen setzten vor allem Finanzwerte unter Druck.

HB NEW YORK. Die US-Notenbank pumpt im Kampf gegen die Rezession rund eine Billion Dollar in die Wirtschaft, indem sie Staatsanleihen und andere Finanzprodukte kauft. Anleger fürchten nun langfristig einen Anstieg der Inflation. Für unmittelbare Ernüchterung an der Wall Street sorgten am Donnerstag Gewinnmitnahmen bei Finanztiteln, eine Herabstufung des Mischkonzerns 3M und schlechte Nachrichten aus der Pharmabranche.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Handelsverlauf zwischen einem Hoch von 7548 und einem Tief von 7369 Punkten. Er ging mit einem Minus von 1,15 Prozent bei 7400 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 1,3 Prozent auf 784 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,5 Prozent auf 1483 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax dagegen 1,2 Prozent im Plus bei 4043 Punkten.

Die US-Anleger machten sich zunehmend Sorgen, dass die Flutung des Marktes mit frischem Kapital durch die Fed langfristig die Inflation in die Höhe treiben könnte. "Wenn die Investoren einen Schritt zurücktreten und sich das ganze Bild anschauen, könnte es nicht so rosig für eine Jagd auf Aktien aussehen", sagte Alan Lancz von Alan B. Lancz & Associates. Frank Husic von Husic Capital Management sagte, die US-Notenbank habe die Märkte wirklich überrascht. "Niemand hatte damit gerechnet, dass die Fed so aggressiv sein würde."

Gewinnmitnahmen setzten Finanzwerte wie JP Morgan massiv unter Druck. JP Morgan verloren knapp acht Prozent auf 24,95 Dollar. Die Titel der Bank of America büßten ihre anfänglichen Gewinne ein und verloren 9,7 Prozent auf 6,93 Dollar. "Es gibt am Markt im Moment so viele Gegenströmungen", sagte Husic weiter. An einem Tag sähen die Anleger die Finanztitel positiv. Wenn sie dann Geld damit gemacht hätten, verkauften sie und wendeten sich anderen Bereichen zu.

Dem Börsenschwergewicht 3M machte die düstere Einschätzung eines Brokerhauses zu schaffen, das eine Schwäche auf den Märkten des Mischkonzerns fürchtet und das Preisziel für die Papiere reduzierte. 3M verloren 3,5 Prozent auf 47,47 Dollar.

Die Pharmabranche litt darunter, dass das Umsatzwachstum auf dem Markt für verschreibungspflichtige Medikamente in den USA im vergangenen Jahr enttäuschte: Es betrug nur ein Drittel des Vorjahres. Zu spüren bekamen dies die Aktienkurse der Pharma-Riesen Pfizer und Merck & Co., die jeweils mehr als drei Prozent nachgaben.

Dagegen legten die Aktien des Energieriesen Chevron 0,8 Prozent zu auf 67,13 Dollar. Hier half der Ölpreis, der um 2,80 Dollar auf 50,92 Dollar je Barrel stieg. Auch Fedex-Aktien gehörten mit einem Anstieg von 4,8 Prozent zu den Gewinnern, obwohl der Konzern vor Börseneröffnung einen Gewinneinbruch von mehr als 75 Prozent vermeldet hatte. Die Anleger lobten hier, dass Fedex in der Krise seinen Konkurrenten Marktanteile abjagen konnte. Überraschend gute Geschäftsergebnisse ließen Oracle-Papiere 9,7 Prozent in die Höhe schießen, und die Technologiebörse Nasdaq drehte in ihrem Aufwind kurz ins Plus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,95 Mrd. Aktien den Besitzer. 1525 Werte legten zu, 1557 gaben nach und 75 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,3 Mrd. Aktien 1198 Titel im Plus, 1456 im Minus und 151 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gaben im späten Handel auf 101-09/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 2,6023 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren auf 97-24/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 3,6237 Prozent.

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