Marktbericht Börse New York
US-Börsen schließen tiefrot

Schlechte Daten vom US-Immobilienmarkt haben am Mittwoch in den USA neue Sorgen über die Wirtschaftserholung entfacht und den wichtigen US-Indizes ein saftiges Minus beschert. Wieder einmal litt vor allem die US-Technologiebörse am stärksten unter den schlechten Konjunkturdaten. Für Bewegung sorgte auch eine Ankündigung Googles.

HB NEW YORK. Die Zahl der verkauften Eigenheime gab im September um 3,6 Prozent nach. Damit sank sie erstmals seit März. Auch die Dollarerholung belastete den Markt. Vor allem Rohstoffwerte verzeichneten Verluste. Zudem gebe es keine Impulse, um die seit sieben Monaten anhaltende Rally fortzuführen, fügten Händler hinzu.

Der Dow-Jones-Index ging mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 9762 Zählern aus dem Handel. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 9758 und 9902 Stellen. Die US-Technologiebörse Nasdaq fiel 2,7 Prozent auf 2059 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 2,0 Prozent auf 1042 Zähler. Der Dax in Frankfurt ging mit einem Minus von 2,5 Prozent auf 5496 Stellen aus dem Handel. Erstmals seit Monatsanfang lag der deutsche Leitindex damit wieder unter der wichtigen Marke von 5500 Punkten.

Zu den neuen Daten vom US-Immobilienmarkt sagte Joe Manimbo von Travelex Global Business Payments: "Die Zahl war überraschend schwach. Ich denke, dies passt zu dem aktuellen Trend, dass Investoren das kräftige Tempo der Wirtschaftserholung infrage stellen". Für schlechte Stimmung am Markt sorgte zudem eine neue Prognose für das US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal von Goldman Sachs. Die Investmentbank geht nun davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 2,7 und nicht um 3,0 Prozent gewachsen ist.

Bei den Unternehmenswerten verzeichnete vor allem Apollo Group Verluste. Die Aktien büßten mehr als 17 Prozent ein. Aufsichtsbehörden ermitteln wegen der Bilanzierung der Umsätze bei der Muttergesellschaft der University of Phoenix.

Der Internet-Gigant Google stand ebenfalls im Fokus. Der Konzern kündigte an, seiner neuen Software Android 2.0 auch ein Programm für GPS-Fahranweisungen beizufügen. Google fordert damit führende Navigationsgeräte-Hersteller wie Garmin und TomTom heraus. Google-Aktien fielen um 1,5 Prozent, während Garmin-Papiere um mehr als 16 Prozent nachgaben. TomTom-Anteilsscheine büßten in Amsterdam mehr als 20 Prozent ein.

Auch Goodyear-Aktien befanden sich mit 20 Prozent deutlich im Minus. Der Reifenhersteller prognostisierte einen operativen Verlust für das vierte Quartal in Nordamerika, der deutlich unter den bisherigen Erwartungen von Analysten lag.

Zu den Verlierern gehörten aufgrund der fortdauernden Dollarerholung Energiewerte wie Chevron und Exxon Mobil, die um 0,9 beziehungsweise 1,4 Prozent nachgaben.

Die Aktien des Kreditkartenunternehmens Visa hingegen kletterten um 3,6 Prozent. Am Dienstag hatte Visa einen überraschend deutlichen Gewinnanstieg bekanntgegeben.

An der New Yorker Stock Exchange wechselten rund 1,7 Mrd. Aktien den Besitzer. 322 Werte legten zu, 2779 gaben nach und 46 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa 2,8 Mrd. Papieren 411 Aktien im Plus, 2290 im Minus und 85 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen 10/32 auf 101-25/32. Sie rentierten mit 3,413 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 09/32 auf 104-04/32 und hatten eine Rendite von 4,258 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%