Marktbericht: Börse New York
US-Börsen: Schnäppchenjagd und Feuerwerk

In einem furiosen Kursfeuerwerk haben die US-Börsen am Dienstag deutlich im Plus geschlossen. Schnäppchenjäger und die Hoffnung auf eine erneute Zinssenkung der US-Notenbank Fed ließen die Kurse vor allem gegen Handelsschluss in die Höhe schießen.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging nach einer Kursexplosion 10,9 Prozent höher mit 9065 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte er zwischen 8174 und 9082 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 10,8 Prozent auf 940 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 9,5 Prozent auf 1649 Stellen hinzu. An der Wall Street stiegen die Investoren vor allem massiv bei den zuletzt stark verbilligten Aktien von Technologie- und Energieunternehmen ein. Zudem überwog die Hoffnung auf eine weitere Senkung der Leitzinsen die Angst vor einer globalen Rezession. Am Abend begann eine zweitägige Sitzung des für die Zinspolitik zuständigen Offenmarktausschusses der Fed. Die Entscheidung wollte die Notenbank am Mittwoch bekanntgeben. Die Marktteilnehmer hofften angesichts der panikartigen Reaktionen an den Finanzmärkten in den vergangenen Tagen auf eine Senkung um 50 Basispunkte, wie der Händler Neil Massa von MFC Global Investment Management sagte. Sorgen über die schlechtesten Daten beim Verbrauchervertrauen aller Zeiten konnten dadurch wettgemacht werden. Die US-Verbraucher haben angesichts der Finanzkrise so wenig Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung wie nie zuvor.

Zur guten Stimmung trugen nach Ansicht von Analysten aber auch die guten Vorgaben der Börsen in Übersee bei. In Frankfurt ging der Dax nach einem spektakulären Höhenflug der VW-Aktie 11,3 Prozent. Ohne die Gewinne der VW-Aktie hätte der Index allerdings 3,7 Prozent im Minus geschlossen. Zu den Gewinnern in New York gehörten unter anderem die Aktien des Internetkonzerns Google, nachdem Credit Suisse einem Bericht zufolge seine Bewertung des führenden Technologiewertes mit „outperform“ und einem Preisziel von 400 Dollar aufnahm. Google-Papiere kletterten um knapp zwölf Prozent. Die Titel des iPhone-Herstellers Apple legten 8,5 Prozent zu. Die Papiere von Qualcomm gewannen sogar 14,5 Prozent. Die Aktien von Microsoft verteuerten sich um 9,1 Prozent. Der weltgrößte Softwarekonzern hatte am Montag mit „Windows Azure“ ein internetbasiertes Betriebssystem für Unternehmen vorgestellt. Die Aktien von Boeing gehörten mit einem kräftigen Plus von 15,5 Prozent zu den gefragtesten Werten. Der US-Flugzeugbauer und die Gewerkschaft IAM haben eine vorläufige Einigung über ein Ende des längsten Unternehmensstreiks seit 13 Jahren erzielt. Der Energieriese Exxon legte im Sog der guten Zahlen seines Rivalen BP um 13,3 Prozent zu.

Bei den Finanztiteln standen vor allem die Papiere von Goldman Sachs und Morgan Stanley im Fokus. Händler vermuteten, dass sich beide Institute beim Handel mit Aktien des deutschen Autobauers Volkswagen verspekuliert haben könnten. Nach zwischenzeitlich starken Verlusten gingen Goldman-Titel 0,7 Prozent fester aus dem Handel, die von Morgan Stanley gar um 11,8 Prozent. Gegen den Trend verloren Whirlpool-Aktien 8,3 Prozent. Der Hausgeräte-Hersteller will nach einem Gewinnrückgang 5000 Arbeitsplätze streichen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,69 Mrd. Aktien den Besitzer. 2502 Werte legten zu, 626 gaben nach und 49 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,77 Mrd. Aktien 1934 im Plus, 862 im Minus und 106 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 44/32 auf 101-06/32. Sie rentierten mit 3,853 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 89/32 auf 104-31/32 und hatten eine Rendite von 4,204 Prozent.

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