Marktbericht: Börse New York
US-Börsen stoppen Abwärtstrend

Die Anleger an der Wall Street haben ihre Konjunktursorgen zunächst überwunden und zugegriffen. Selbst schlechte Arbeitsmarktzahlen irritieren die Anleger nicht, vor allem Tech-Titel waren gefragt. Clearing-Häuser profitierten von Obamas neuesten Plänen zur Regulierung des Derivate-Markts.

HB NEW YORK. Trotz anhaltender Konjunktursorgen haben die US-Börsen am Donnerstag ihre Talfahrt gestoppt. Die Anleger griffen bei schwachem Handel wieder zu Titeln aus der Technologie- und den Bankenbranche, die zuletzt unter Druck geraten waren. Händlern zufolge spekulierten viele Investoren nach den Verlusten der vergangenen Tage darauf, dass die Märkte ihren Anfang März begonnenen Aufschwung fortsetzen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte trotzte schlechten Daten vom Arbeitsmarkt und ging mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 8331 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte er zwischen 8273 und 8376 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index kletterte um ein Prozent auf 893 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 1,5 Prozent auf 1689 Stellen zu. In Frankfurt schloß der Dax im Schlepptau der Wall Street 0,2 Prozent höher bei 4738 Zählern.

Eine enttäuschende Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe trübte Hoffnungen auf eine Wende am Arbeitsmarkt und ein Ende der Rezession. Dies veranlasste viele Anleger, bei defensiven Titeln zuzugreifen. So verteuerten sich die Anteilsscheine des Getränkeherstellers Coca-Cola um 2,9 Prozent. Zudem waren Analysten suchten Investoren nach einem Einstieg, die die Rally der vergangenen zwei Monate verpasst hatten. "Heute hatten die Manager das Gefühl, sich wieder beteiligen zu wollen", sagte Dick Del Bello von Conifer Securities. Im Technologiesektor profitierten davon vor allem die Papiere von United Technologies mit einem Plus von 1,8 Prozent. Der Auftragseingang des Mischkonzerns hat sich stabilisiert. Apple-Titel gewannen sogar 2,9 Prozent hinzu.

Bei den Finanzwerten gehörte JP Morgan Chase mit einem Aufschlag von 4,4 Prozent zu den größten Gewinnern. Hier trieben ferner Pläne der US-Regierung zur strengeren Regulierung des ungezügelten und gigantischen Derivatehandels die Papiere der beiden Clearing-Häuser CME Group und IntercontinentalExchange nach oben. Die Titel der beiden Deutsche Börse-Konkurrenten sprangen um knapp vier Prozent in die Höhe.

Nach der Bilanzvorlage standen auch die Wal-Mart-Titel im Fokus. Der weltgrößte Einzelhändler hielt in der Wirtschaftskrise seinen Gewinn im ersten Quartal bei 3,02 Mrd. Dollar in etwa konstant. Anleger waren dennoch nicht überzeugt: Die Aktien gaben um 1,9 Prozent nach.

Ford-Aktien legten vier Prozent zu, nachdem sich der Autobauer zuversichtlich zeigte, die Krise ohne Staatshilfen zu meistern. Dagegen gaben die Titel des angeschlagenen Rivalen General Motors fünf Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,52 Mrd. Aktien den Besitzer. 2172 Werte legten zu, 847 gaben nach und 87 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,17 Mrd. Aktien 1825 im Plus, 838 im Minus und 104 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 05/32 auf 100-06/32. Sie rentierten mit 3,101 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 22/32 auf 100-08/32 und hatten eine Rendite von 4,059 Prozent.

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