Marktbericht: Börse New York
US-Börsen: Talfahrt zur Bilanzsaison

Sorgen über eine weitere trostlose Berichtssaison und eine mögliche GM-Insolvenz haben die US-Aktienmärkte am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Mit Nervosität warteten Börsianer auf die nachbörslichen Quartalszahlen des Aluminiumherstellers Alcoa, der traditionell den Startschuss für den US-Bilanzreigen gibt.

HB NEW YORK. Zudem belasteten neue Spekulationen über eine mögliche Insolvenz des wankenden Autoriesen General Motors die Märkte. Auf die Stimmung drückten auch Befürchtungen, die risikobehafteten Wertpapiere in den Bilanzen von Banken und Versicherern könnten massiv anschwellen.

Der Dow-Jones-Index ging 2,3 Prozent tiefer bei 7789 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte er zwischen 7762 und 7969 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 lag 2,4 Prozent im Minus bei 815 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 2,8 Prozent auf 1561 Stellen nach. Der Dax beendete den Handel in Frankfurt 0,6 Prozent im Minus bei 4322 Punkten.

Nach Thomson Reuters-Daten werden die Quartalsergebnisse der im S&P-500 gelisteten Firmen im ersten Quartal um 36,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum einbrechen. Die Anleger rüsteten sich nach Ansicht vieler Analysten bereits für die anrollende Lawine von schlechten Zahlen. Da der Aluminiumhersteller Alcoa traditionell die Saison eröffnet, erwarten sich Händler hier Hinweise, ob die Erwartungen an die Unternehmensergebnisse realistisch sind oder es schlimmer wird als befürchtet - vor allem bei den Ausblicken der Firmen. Die Papiere des Konzerns unter Führung des Ex-Siemens-Chefs Klaus Kleinfeld fielen um 1,5 Prozent. Alcoa legte die Zahlen nach Börsenschluss vor.

„Heute dreht sich alles um die Alcoa-Zahlen“, sagte Bruce Zaro von Delta Global Advisors. „Ich erwarte keine positiven Überraschungen.“ Für den Kursrutsch machte Zaro nach der jüngsten Rally zudem Gewinnmitnahmen verantwortlich.

GM-Titel verloren 11,9 Prozent. Aus Kreisen erfuhr Reuters, die angeschlagene Opel-Mutter treffe „intensive und ernsthafte“ Vorbereitungen für eine mögliche Insolvenz. Dies drückte die Stimmung auf dem Parkett. Die Folgen einer GM-Insolvenz für Zulieferer und die gesamte Wirtschaft seien ungewiss, sagte Zaro weiter. Ford-Papiere verloren 7,4 Prozent.

Den Energieriesen Chevron und Exxon machte erneut der sinkende Ölpreis zu schaffen. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI lag unter 50 Dollar. Exxon-Titel gaben 1,9 Prozent nach, die von Chevron 2,1 Prozent.

Anleger stießen zudem Banktitel ab. Auf mittlerweile vier Billionen Dollar schätze der Internationale Währungsfonds die Belastungen durch toxische Wertpapiere, berichtete die britische Zeitung „The Times“. Zu den Verlierern zählten unter anderem die Aktien von JPMorgan Chase, die 3,4 Prozent nachgaben. Wells Fargo-Titel verloren 2,6 Prozent.

Gegen den Trend kletterten die Anteilsscheine von Biogen um fünf Prozent. Auf dem Parkett gingen Händlern zufolge Gerüchte um, das Biotech-Unternehmen könnte ein mögliches Übernahmeziel sein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,26 Mrd. Aktien den Besitzer. 647 Werte legten zu, 2368 gaben nach und 85 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Mrd. Aktien 649 im Plus, 2033 im Minus und 134 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 9/32 auf 98-24/32. Sie rentierten mit 2,896 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 9/32 auf 96-05/32 und hatten eine Rendite von 3,714 Prozent.

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