Marktbericht: Börse New York
Wall Street atmet auf

Der Staat hilft – die Kurse steigen: Die US-Börsen haben am Montag gestützt auf das Rettungspaket für die Citigroup mit kräftigen Gewinnen geschlossen. Die Anleger atmeten auf, mit der Finanzspritze wurden weitere Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten womöglich abgewendet

HB NEW YORK. Das staatliche Rettungspaket für die schwer angeschlagene Citigroup hat die US-Börsen am Montag beflügelt. Die US-Börsen büßten allerdings einen Teil ihrer kräftigen Kursgewinne vorübergehend wieder ein, als der künftige US-Präsident Barack Obama in seiner mit Spannung erwarteten Rede keine Details zum geplanten Konjunkturprogramm nannte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 8 599 und einem Tief von 8 048 Zählern. Er verließ den Handel 4,9 Prozent im Plus bei 8 443 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 6,5 Prozent auf 851 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 6,3 Prozent auf 1 472 Stellen.

Die Nachricht über Citigroup helfe, am Markt langsam Vertrauen wiederherzustellen, sagte Cummins Catherwood von Boenning and Scattergood. „Es gibt nicht die eine Meisterleistung, die alle glücklich machen wird.“ Vielmehr sei Vertrauen wie ein Mosaik, das Stück für Stück zusammengesetzt werden müsse. „Der Citi-Plan ist einfach ein Mosaiksteinchen.“

Die Citi-Rettung scheine ein bisschen Vertrauen in die Branche selbst eingeflößt zu haben, sagte auch Brian Gendreau von ING Investment. „Der Markt liebt Rettungsaktionen.“

Nach fieberhaften Verhandlungen unter Beteiligung des künftigen Finanzministers Timothy Geithner erhält Citigroup eine direkte Kapitalspritze von 20 Mrd. Dollar und staatliche Bürgschaften für riskante Vermögenswerte von über 300 Mrd. Dollar. Die Rettung ist die bisher größte einer US-Bank und zeigt, wie die bereits vor mehr als einem Jahr begonnene Finanzkrise weiter ausufert.

Die Citigroup-Aktie verteuerte sich zeitweise um 60 Prozent, nachdem sie die vergangene Woche auf dem niedrigsten Stand seit etwa 15 Jahren beendet hatte. Citi schlossen am Montag 57,8 Prozent im Plus. Die Papiere der Rivalen legten ebenfalls kräftig zu: Bank of America um 27,2, Goldman Sachs um 26,5, JPMorgan um 21,4 Prozent und Morgan Stanley um 33,1 Prozent.

Vor Obamas Rede hatte die Aussicht auf sein umfassendes Konjunkturprogramm noch die Fantasie der Anleger beflügelt. Doch dass sich Obama nicht auf ein Volumen festlegen wollte, dämpfte anschließend die Stimmung etwas. Obama stellte auch sein Team für den Kampf gegen die Wirtschaftskrise vor, das wie erwartet mit ausgewiesenen Finanzexperten bestückt ist: Neben Geithner, bisher angesehener Chef der New Yorker Notenbank, gehört auch der ehemalige Finanzminister unter Bill Clinton, Lawrence Summers, als Chef des Nationalen Wirtschaftsrates dazu.

Seite 1:

Wall Street atmet auf

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%