Marktbericht: Börse New York
Wall Street legt Schlussspurt ein

Nach einem tiefroten Handelsverlauf legten die US-Indizes am Donnerstag gegen Börsenschluss noch einen Schlussspurt ein. Die Märkte schlossen uneinheitlich. Hintergrund ist die Ankündigung der US-Regierung eines Rettungsplans für säumige Hypothekenbesitzer.

HB NEW YORK. Der S&P und der Nasdaq schafften in einem furiosen Finale dabei den Sprung in die Gewinnzone der Dow verfehlte ihn nur knapp. Anhaltende Sorgen über die Wirksamkeit des Konjunktur- und Banken-Paketes drückten die Märkte zuvor die meiste Zeit deutlich ins Minus. Die Anleger fürchteten, dass es der neuen Regierung mit ihren Initiativen nicht gelingen werde, der angeschlagenen Wirtschaft neues Leben einzuhauchen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zu Börsenschluss 0,1 Prozent schwächer auf 7932 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 7693 und 7938 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,2 Prozent auf 835 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 0,7 Prozent auf 1541 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax wegen Sorgen über die Entwicklung der US-Wirtschaft 2,7 Prozent im Minus auf 4407 Punkten.

Die US-Regierung will nach Angaben aus Kreisen Hypothekenzahlern finanziell helfen. Wie mit der Sache vertraute Personen berichteten, sollen dabei auch Hausbesitzer unterstützt werden, die noch nicht in Zahlungsrückstand geraten seien. Dies wäre eine grundsätzliche Abkehr von der bisherigen Politik. Die Nachricht gab den Märkten massiv Auftrieb, die zuvor an der Wirksamkeit des 789 Mrd. Dollar schweren Konjunkturprogramms und des Bankenpakets zweifelten. "Die Ansicht nimmt zu, dass die Verabschiedung des Konjunkturpakets und die Bankenrettung, auf die die Menschen ungeduldig gewartet haben, nicht ausreicht, um die Stimmung zu drehen", sagte Eric Kuby von North Star Investment Management Corp. Marktteilnehmer bemängelten, dass viele Details des Branchenrettungsplans von Finanzminister Timothy Geithner im Unklaren blieben. "Die Märkte hassen das Unbekannte", sagte Tom Ghriskey von Solaris Asset Management.

Zu den größten Verlierern gehörten erneut Bankenwerte, die aber einen Großteil ihrer Verluste abbauen konnten: Die Titel der Bank of America fielen 3,3 Prozent, die der Citigroup um 2,2 Prozent. Wells-Fargo-Papiere notierten vier Prozent schwächer.

Wegen des Falls des Ölpreises auf weniger als 35 Dollar bei der US-Sorte WTI trennten sich viele Anleger von Titeln aus der Energiebranche. Chevron-Titel verbilligten sich um 1,1 Prozent.

Zu den Gewinnern zählten dagegen die Titel von Coca-Cola mit einem Anstieg um 7,6 Prozent, weil der Konzern bislang nicht so deutlich unter der Rezession zu leiden hat wie von Branchenexperten erwartet. Ein unerwarteter Anstieg der Einzelhandelsumsätze und Gewinne bei großen Technologie-Unternehmen hellten die Stimmung zusätzlich etwas auf. Bei den Einzelhändlern war dies der erste Anstieg seit sieben Monaten und das stärkste Plus seit November 2007. Auch Kursgewinne bei Tech-Werten gaben Auftrieb. Die Titel des iPod-Herstellers Apple notierten 2,5 Prozent fester.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,48 Mrd. Aktien den Besitzer. 1414 Werte legten zu, 1609 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,46 Mrd. Aktien 1328 im Plus, 1276 im Minus und 174 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 03/32 auf 99-220/32. Sie rentierten mit 2,786 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 43/32 auf 117-26/32 und hatten eine Rendite von 3,520 Prozent.

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