Marktbericht: Börse New York
Wall Street mit deutlichen Verlusten

Erneute Sorgen über den Zustand der US-Konjunktur haben die New Yorker Börsen am Mittwoch deutlich belastet. Für eine Enttäuschung sorgten schwache Daten aus dem Einzelhandel, die eine Erholung des privaten Konsums infrage stellten.

HB NEW YORK. Zudem trübten düstere Prognosen aus Europa die Stimmung: Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie rechne in Deutschland mit einer länger andauernden Krisenbewältigung über 2010 hinaus. Die Bank of England erklärte ihrerseits, dass die britische Wirtschaft sich wohl erst Anfang 2010 allmählich aus ihrer Schockstarre lösen werde.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zu Handelsschluss 2,2 Prozent tiefer bei 8284 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 8262 und 8462 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 2,7 Prozent auf 883 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um drei Prozent und ging mit 1664 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt schloss der Dax 2,6 Prozent schwächer.

Die amerikanischen Einzelhändler verbuchten im April überraschend Umsatzeinbußen. Experten hatten auf stabile Umsätze gesetzt. Der Einzelhandelsumsatz gilt als wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung in den USA. Die Aktie des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart schloss 1,2 Prozent schwächer. Die Aktie des Konkurrenten Macy's gab sogar 6,7 Prozent nach. Die US-Kaufhauskette leidet weiter unter der Verbraucherzurückhaltung und schrieb im abgelaufenen Quartal rote Zahlen.

Auch die Aktien von Finanzinstituten standen den dritten Tag in Folge auf den Verkaufslisten der Anleger. Die Titel der Citigroup fielen um 6,8 Prozent, die Aktien der Bank of America um 10,2 Prozent. Zu den Verlierern gehörten auch die Titel des Chip-Ausrüsters Applied Materials mit einem Minus von 4,3 Prozent - das Unternehmen war zum Jahresauftakt tief in die roten Zahlen gerutscht.

Ford-Titel gaben ein Prozent nach - der Autobauer strich durch den Verkauf von 300 Mio. Stammaktien 1,4 Mrd. Dollar ein. Für bestehende Aktionäre ist die Verwässerung ihrer Anteile eine schlechte Nachricht. Die angeschlagene Opel-Mutter GM will Kreisen zufolge im Rahmen der Sanierung die Zahl ihrer amerikanischen Vertragshändler um ein Drittel senken. Die Aktien erholten sich nach der spektakulären Talfahrt der vergangenen Tage. Sie stiegen um 5,2 Prozent.

Ein halbes Prozent im Minus schlossen die Titel von Intel. Die EU-Kommission hat dem weltgrößten Chiphersteller eine Rekord-Kartellstrafe aufgebrummt. Die Aktie des Konkurrenten AMD legte dagegen leicht zu.

Der wegen des Genmais-Verbots in Deutschland in die Schlagzeilen geratene Saatguthersteller Monsanto blickt mit Optimismus in die Zukunft. Der Konzern erwartet bei seiner US-Sparte eine Verdopplung des Gewinns bis 2012. Auch im internationalen Geschäft rechnet das Unternehmen mit einem starken Wachstum. Die Aktie stieg um 0,9 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,77 Mrd. Aktien den Besitzer. 337 Werte legten zu, 2745 gaben nach und 54 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,36 Mrd. Aktien 395 im Plus, 2294 im Minus und 107 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 18/32 auf 100-03/32. Sie rentierten mit 3,112 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 41/32 auf 102-23/32 und hatten eine Rendite von 4,091 Prozent.

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