Marktbericht: Börse New York
Wall Street schließt mit Rekordverlusten

Nach dem überraschenden Scheitern des milliardenschweren Rettungspakets für die Finanzbranche sind die US-Börsen nicht mehr zu halten. Der Dow Jones verzeichnete den größten Tagespunktverlust aller Zeiten - fiel um knapp sieben Prozent. Für den Nasdaq ging es noch weiter abwärts.

HB NEW YORK/TOKIO. Die Ablehnung des Rettungspakets der US-Regierung für den Finanzsektor durch das Repräsentantenhaus sorgt am Dienstag im Verlauf auch in Tokio für Druck auf die Kurse. Der Nikkei--Index verzeichnet kurz vor Handelsschluss ein Minus von 3,5 Prozent. Besonders unter Abgabedruck stehen die Finanztitel. Aber auch die Werte aus dem Stahlsektor geben aufgrund von Befürchtungen über einen weltweiten Rückgang der Nachfrage deutlich nach.

Das überraschende Scheitern des milliardenschweren Rettungspakets für die Finanzbranche hatte am Montag zunächst die US-Börsen auf einen steilen Sturzflug geschickt. Anleger zeigten sich geschockt darüber, dass das Repräsentantenhaus den am Wochenende mühsam ausgehandelten Kompromisses ablehnte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verzeichnete seinen größten Tagespunktverlust aller Zeiten. Der Leitindex fiel knapp sieben Prozent auf 10 365 Punkte. Der Dow pendelte zwischen 10 365 und 11 139 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 8,8 Prozent auf 1 106 Zähler. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq schoss 9,1 Prozent in den Keller auf 1 983 Punkte, sein größter prozentualer Tagesverlust seit April 2000.

228 Abgeordnete stimmten im Repräsentantenhaus nach dreistündiger Debatte gegen das Hilfspaket über 700 Mrd. Dollar, nur 205 Abgeordnete votierten dafür. Präsident George W. Bush zeigte sich tief enttäuscht über das Ergebnis und wollte umgehend mit Finanzminister Henry Paulson, Notenbankchef Ben Bernanke und der Kongressspitze über das weitere Vorgehen beraten. "Wir arbeiten weiter an einer Strategie, die uns voranbringt", sagte er. Die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, versprach, sich weiter für eine überparteiliche Lösung zwischen Republikanern und Demokraten einzusetzen. Finanztitel schossen nach der Abstimmung weiter in den Keller. Anteilsscheine der Bank of America verbilligten sich um 17,6 Prozent, die von American Express um ebenfalls um 17,6 Prozent.

Die Ablehnung des Vorhabens verschlimmerte die Verluste der ohnehin schon in Aufruhr versetzten Märkte. Neue Hiobsbotschaften aus der Finanzbranche hatten die Börsen zu Handelsbeginn auf Talfahrt geschickt. Die angeschlagene Regionalbank Wachovia verkaufte unter staatlicher Vermittlung ihr Privatkundengeschäft an die Citigroup und nährte damit Befürchtungen, die Finanzkrise könne noch weitere Banken in den Abgrund reißen. Wachovia-Titel wurden zunächst ausgesetzt und brachen nach Wiederaufnahme um 82 Prozent ein. Die Aktien der Citigroup notierten knapp zwölf Prozent im Minus.

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