Marktbericht: Börse New York
Wall Street schließt schwach

Die Furcht vor erneuten Milliardenverlusten durch die Kreditkrise sowie Inflationssorgen haben die US-Börsen am Dienstag mit Verlusten schließen lassen. Besonders Finanzwerte standen wieder unter Druck. Für Unruhe sorgte unter anderem ein unerwartet kräftiger Anstieg der US-Erzeugerpreise.

HB NEW YORK. Die Angst vor neuen Milliardenverlusten im Zuge der Kreditkrise und Inflationssorgen haben die US-Börsen am Dienstag im Minus schließen lassen. Vor allem Finanzwerte wurden erneut stark gebeutelt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,1 Prozent leichter auf 11 348 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte er zwischen 11 318 und 11 478 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,9 Prozent auf 1266 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq schloss 1,4 Prozent tiefer auf 2384 Punkten. Bereits in Europa und Asien hatten die Börsen wegen der Furcht vor unabsehbaren Folgen der Finanzkrise kräftig an Boden verloren.

Für Unruhe sorgte in New York unter anderem ein unerwartet kräftiger Anstieg der US-Erzeugerpreise. In der Kernrate kletterten sie im Juli innerhalb eines Monats um 0,7 Prozent, während Analysten lediglich von einem Plus von 0,2 Prozent ausgegangen waren. Der Anstieg schürte die Sorge, dass sich die US-Notenbank Fed zur Eindämmung der Inflation gezwungen sehen könnte, die Zinsen anzuheben. Besorgniserregende Nachrichten kamen auch vom Immobilienmarkt: Wie das Handelsministerium mitteilte, fiel die Zahl der Wohnbaubeginne aufs Jahr hochgerechnet um elf Prozent auf den niedrigsten Stand seit über 17 Jahren. Die jüngsten Daten zogen Aktien von Eigenheimbauern nach unten, das Papier von Pulte Homes schloss 3,7 Prozent im Minus.

Unter den Finanztiteln gaben die Papiere der Investmentbank Lehman Brothers um über 13 Prozent nach. JPMorgan prognostizierte bei Lehman neue Abschreibungen von vier Mrd. Dollar im laufenden dritten Quartal. Wie Reuters erfuhr, erwägt Lehman derzeit den Verkauf seiner Vermögensverwaltung. Die Titel des weltgrößten Versicherers American International Group fielen nach einer Herabstufung um fast sechs Prozent. Die Papiere des Kreditkartenunternehmens American Express gingen mit einem Minus von 3,3 Prozent, die der Bank of America 4,2 Prozent leichter aus dem Handel.

Die Unsicherheit im Blick auf die Finanzwerte habe die Aktien weiter nach unten gedrückt, sagte Bucky Hellwig von Morgan Asset Management in Alabama. Die Häuserpreise fielen stetig, Vermögen verliere an Wert, die Wirtschaft verlangsame sich weiter und das könne sich nur schlecht auf die Arbeitslosenquote auswirken. „Es scheint bei diesem Kreislauf kein Ende zu geben und das wird sämtlichen Finanzwerten zum Verhängnis.“

Auch die Aktien der Bürobedarf-Kette Staples beendeten den Handel angesichts schwacher Geschäftszahlen 4,2 Prozent leichter. Die Titel von Home Depot gaben 3,7 Prozent nach, obwohl die weltgrößte Baumarktkette in der Immobilienkrise zuletzt besser verdient hat als erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,01 Mrd. Aktien den Besitzer. 855 Werte legten zu, 2274 gaben nach und 85 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,74 Mrd. Aktien 755 im Plus, 2035 im Minus und 126 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 5/32 auf 101-10/32. Sie rentierten mit 3,839 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 14/32 auf 100-16/32 und hatten eine Rendite von 4,468 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%