Marktbericht: Börse New York
Wall Street schließt tiefrot

Sehr schwache Konjunkturdaten haben an den US-Börsen Ängste vor einer Verschärfung der Wirtschaftsprobleme geschürt und die großen Indizes tief ins Minus gedrückt. Zudem gab es Befürchtungen, die bisherigen Bemühungen zur Stabilisierung des globalen Finanzsystems könnten nicht ausreichen.

HB NEW YORK. Schwache Konjunkturdaten haben an den US-Börsen Ängste vor einer Verschärfung der Wirtschaftsprobleme geschürt und die großen Indizes tief ins Minus gedrückt. Zudem gab es Befürchtungen, die bisherigen Bemühungen zur Stabilisierung des globalen Finanzsystems könnten nicht ausreichen. Die Stimmung zog Aktien quer durch alle Branchen nach unten. Von den 30 im Index Dow Jones enthaltenen Werten lag allein Wal-Mart im Plus, nachdem der weltgrößte Einzelhändler unerwartet gute Zahlen vorlegte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 3,79 Prozent auf 7552 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 7551 und 7845 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 gab 4,56 Prozent auf 789 Stellen ab und sackte damit erstmals seit November unter 800 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 4,15 Prozent auf 1470 Punkte nach. Alle drei Indizes schlossen damit nahezu auf ihren Tagestiefs.

Die Industrietätigkeit im Bundesstaat New York verlangsamte sich im Februar überraschend stark und drückte damit die Stimmung an der Wall Street. Die Daten der New Yorker Fed gelten als zuverlässiger und frühzeitiger Indikator für die landesweite Entwicklung der Industrie zu Beginn eines Monats. Präsident Barack Obama unterzeichnete zwar am Dienstag das 787 Mrd. Dollar schwere Hilfspaket. An den Finanzmärkten gibt es aber Befürchtungen, das größte Konjunkturpaket in der US-Geschichte könnte keine schnellen Erfolge verzeichnen.

Zu den negativen Nachrichten zählten am Dienstag auch Einschätzungen von Rating-Agenturen, wonach die Rezession die Finanzbranche Osteuropas sehr stark treffen und auch die Kreditwürdigkeit der westeuropäischen Mutterkonzerne gefährden könnte. Westeuropas Banken haben sich in den vergangenen Jahren den Großteil des Marktes in Osteuropa gesichert.

„Es gibt einfach keine guten Nachrichten“, sagte der Börsenexperte Rick Meckler von der Investmentfirma LibertyView Capital Management. „Ich würde mich nicht wundern, wenn der Markt nach unten geht und seine Tiefstände von Ende vergangenen Jahres austestet.“ Sein Kollege Dan Greenhous von Miller Tabak & Co erklärte, er gehe davon aus, dass in den Aktienkursen noch nicht eingepreist sei, dass eventuell das komplette Wirtschaftsjahr 2009 schlecht laufe.

Unter den Finanzwerten gaben die Aktien des Branchenführers Bank of America zwölf Prozent nach. Die Papiere von Goldman Sachs verloren 11,1 Prozent, Citigroup und JPMorgan jeweils 12,3 Prozent. Zu den größten Verlierern in der Industrie-Branche gehörte der Baumaschinenhersteller Caterpillar, dessen Titel 6,3 Prozent absackten. Anteile der Opel-Mutter General Motors gaben vor Bekanntgabe des Sanierungsplans 12,8 Prozent nach. Apple fielen um 4,7 und Google 4,2 Prozent.

Wal-Mart verteuerten sich dagegen um 3,7 Prozent. Der weltgrößte Einzelhändler hatte vor Börseneröffnung mit einem Quartalsergebnis über den Markterwartungen positiv überrascht. Der Preis für US-Öl sackte um 6,8 Prozent auf 34,93 Dollar pro Fass. Das lastete auf den Kursen von Ölkonzernen. So verloren die Aktien von Exxon 4,4 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,61 Mrd. Aktien den Besitzer. 218 Werte legten zu, 2895 gaben nach und 46 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,36 Mrd. Aktien 399 im Plus, 2280 im Minus und 119 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 71/32 auf 100-31/32. Sie rentierten mit 2,637 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 12/32 auf 100-16/32 und hatten eine Rendite von 3,474 Prozent.

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