Marktbericht: Börse New York
Wall Street startet durch

Die US-Börsen haben am Dienstag klar im Plus geschlossen, allein der Dow Jones konnte um fast drei Prozent zulegen. Die Märkte reagierten äußerst positiv auf gefallene Rohölpreise und den Zinsentscheid der Notenbank Fed. Gewinner gab es dabei in zahlreichen Branchen.

HB NEW YORK. Niedrigere Rohölpreise und die Fed-Entscheidung für einen unveränderten Leitzins haben die US-Börsen am Dienstag beflügelt. Die drei wichtigsten Indizes kletterten jeweils rund 2,8 Prozent in die Höhe. Ein deutlicher Preisrückgang beim Rohöl weckte im Verlauf die Hoffnung der Anleger, dass Verbrauchern und Unternehmen nun wieder mehr Geld für andere Ausgaben zur Verfügung steht. Die Märkte bauten ihre Gewinne nach der Fed-Entscheidung weiter aus. Anleger griffen überall beherzt zu, besonders gefragt waren aber Luftfahrt-, Industrie, Einzelhandels- und Finanzwerte.

Der Ölpreisrutsch dämpfte zudem die Inflationssorgen. Die US-Notenbank Fed verwies zwar in ihrer Zinsentscheidung auf die hohe Preissteigerungsrate. Der unveränderte Leitzins von zwei Prozent bestätigte die Investoren jedoch in ihrer Erwartung, dass die Notenbanker um Ben Bernanke vorerst noch nicht die Zeit für gekommen halten, die Zügel anzuziehen. „Der Markt scheint durchaus positiv auf die Vorstellung zu reagieren, dass die Fed die Zinsen in nächster Zeit nicht senken wird“, sagte Richard Sparks von Schaeffer's Investment Research.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 11 615 und einem Tief von 11 286 Zählern. Er verließ den Handel 2,9 Prozent im Plus bei 11 615 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 2,8 Prozent auf 1284 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq kletterte um ebenfalls 2,8 Prozent auf 2349 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 2,6 Prozent höher bei 6518 Punkten.

Ein Barrel Öl der Sorte WTI kostete 118,67 Dollar. Damit war der Rohstoff so günstig wie seit Anfang Mai nicht mehr. Mit der Aussicht auf sinkende Energiekosten gehörten denn auch Luftfahrt- und Industriekonzerne zu den größten Gewinnern.

Die Aktien von Delta Airlines legten 7,1 Prozent zu, Continental Airlines-Papiere schossen mehr als 11,7 Prozent in die Höhe. Boeing schnellte rund 6,3 Prozent nach oben. General Electric gewannen 3,8 Prozent, Procter & Gamble 3,3 Prozent. Der Versicherer American International Group verteuerte sich auch dank einer Heraufstufung um satte zwölf Prozent. Die Hoffnung auf höhere Gewinne dank kauffreudigerer Kunden ließ die Anteile des weltgrößten Einzelhändlers, Wal-Mart, 3,3 Prozent zulegen. Konkurrent Target gewann sogar 6,6 Prozent.

„Der Faktor im Markt war, dass der Ölpreis bis auf 118 Dollar pro Barrel gesunken ist“, sagte Brian Gendreau von ING Investment Management. „Seit Ende Juni war Öl der überragende Einzelfaktor, der den Markt bestimmt hat.“ Peter Boockvar von Miller, Tabak & Co sagte, die Anleger seien auch erleichtert gewesen, dass der Einkaufsmanager-Index einen geringeren Rückgang im Dienstleistungssektor auswies als befürchtet.

Der ISM-Index wurde im Juli mit 49,5 beziffert nach 48,2 im Juni. Ein Stand unter 50 Punkten signalisiert ein Schrumpfen der Geschäftstätigkeit. Von Reuters befragte Experten hatten für Juli mit 48,5 Punkten gerechnet. Aus den ISM-Zahlen ging auch ein Rückgang der Dienstleistungspreise hervor.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,4 Mrd. Aktien den Besitzer. 2377 Werte legten zu, 752 gaben nach und 82 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,3 Mrd. Aktien 1937 Titel im Plus, 884 im Minus und 119 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gaben im späten Handel auf 98-24/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 4,0304 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren auf 95-19/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,6498 Prozent.

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