Marktbericht: Börse New York
Wall Street verliert weiter an Boden

Nach einer Berg- und Talfahrt hat die Wall Street am Dienstag im Minus geschlossen. Der Dow Jones schlitterte tiefer unter die Marke von 7 000 Punkten, der breitere S&P 500 durchbrach sogar einen langjährigen Tiefststand. Neben der anhaltenden Sorgen um das Finanzsystem und neuen Hiobsbotschaften vom Automarkt sorgten Äußerungen von Notenbankchef Ben Bernanke für schlechte Stimmung.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schlitterte tiefer unter die Marke von 7 000 Punkten, unter die er am Montag erstmals seit Oktober 1997 gefallen war. Der Leitindex schloss 0,6 Prozent schwächer bei 6 726 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er dabei zwischen 6 855 und 6 705 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,6 Prozent auf 696 Zähler und fiel damit erstmals seit Herbst 1996 unter die Marke von 700 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte 0,1 Prozent tiefer bei 1 321 Punkten.

Die Aktien des zweitgrößten Autoherstellers Ford gaben nach Bekanntgabe eines Verkaufsrückgangs von fast 50 Prozent um 4,3 Prozent nach. Die Anteilsscheine von General Motors verloren ein Prozent. Der größte US-Autobauer hat im Februar nur noch halb so viele Pkw verkauft wie im Vorjahreszeitraum.

Für eine zwischenzeitliche Kurserholung sorgte eine Äußerung des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, der die Preise am Aktienmarkt als möglicherweise gutes Geschäft bezeichnete. Finanzminister Timothy Geithner erklärte, der Präsident werde mit dem Kongress zusammenarbeiten, um Größe und Format künftiger Anstrengungen zur Stabilisierung des Finanzmarkts festzulegen. Mögliche weitere 250 Mrd. Dollar für das Finanzsystem seien im Haushaltsplan lediglich eine Art Platzhalter und auf keine spezielle Anfrage zurückzuführen.

Bei den am Vortag im Sog des 60 Mrd. Dollar Verlustes beim Versicherer AIG massiv unter Druck geratenen Finanztiteln zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Aktien der Bank of America legten um 0,6 Prozent zu, die der Citigroup um 1,7 Prozent. Die Anteilsscheine von JPMorgan schlossen dagegen 0,7 Prozent tiefer. Die AIG-Papiere verbuchten im Handelsverlauf enorme Kursschwankungen und gingen 2,4 Prozent höher aus dem Handel.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,9 Mrd. Aktien den Besitzer. 1 003 Werte legten zu, 2 109 gaben nach und 73 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,38 Mrd. Aktien 942 im Plus, 1 730 im Minus und 160 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 9/32 auf 100-15/32. Sie rentierten mit 2,551 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 10/32 auf 98-22/32 und hatten eine Rendite von 2,901 Prozent.

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