Marktbericht: Börse New York
Wall Street von Verunsicherung angesteckt

Die US-Börsen haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Unsicherheit angesichts des geplanten Rettungspakets für den Finanzmarkt zog die Standartwerte erneut ins Minus. Anleger teilten die Angst, das 700 Milliarden Dollar schwere Hilfsprogramm könnte aus parteipolitischen Gründen verzögert oder gar geschwächt werden. Gewinne verbuchten dagegen die Techwerte.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent im Minus bei 10 825 Punkten. Er war im Handelsverlauf zwischen 10 753 und 10 928 Punkten gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,2 Prozent auf 1185 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte indes 0,1 Prozent fester bei 2 155 Punkten.

US-Notenbankchef Ben Bernanke sagte vor dem Wirtschaftsausschuss des Kongresses, durch die jüngste Zuspitzung der Krise würden Kreditgeber noch vorsichtiger beim Aufstocken von Krediten für Haushalte und Geschäfte. Dies könne das Wachstum weiter beeinträchtigen. Bernanke und US-Finanzminister Henry Paulson hatten den Kongress zuvor zu einer raschen Annahme des Hilfspakets gedrängt, weil eine Verzögerung die amerikanische Wirtschaft gefährden könne.

Doch die Abgeordneten zögerten mit der Ausgabe von Mrd. Steuergeldern. „Der Widerstand, den wir aus Washington sehen, ist verständlich - aber gleichzeitig auch beängstigend“, sagte Jack Ablin von der Harris Private Bank.

Die Aktie des Versicherungskonzerns AIG gab ein Drittel ihres Wertes ab, nachdem das Unternehmen eine Vereinbarung unterzeichnet hatte, mit der die Regierung einen fast 80-prozentigen Anteil an dem angeschlagenen Versicherer übernimmt. Im Gegenzug sichert sich AIG bis zu 85 Mrd. Dollar an Notkrediten. Nach Angaben von Behördenvertretern ermittelt das FBI inzwischen im Zusammenhang mit der Finanzkrise gegen den Konzern.

Zu den Verlierern gehörte auch die Aktie des Mischkonzerns General Electric, sie verlor bis zum Handelsschluss 1,4 Prozent. Einen Lichtblick brachte dagegen der Milliardeneinstieg des einflussreichen US-Investors Warren Buffett bei Goldman Sachs. Die Bank hatte am Dienstag nach Börsenschluss mitgeteilt, dass Milliardär Buffett über seine Holding Berkshire Hathaway fünf Mrd. Dollar investiert. Dafür erhält Berkshire Vorzugsaktien mit unbegrenzter Laufzeit.

„Wenn einer der angesehensten Investoren so eine Geldsumme hinlegt, dann sagt das den Anlegern, dass nicht alles verloren ist“, sagte Andre Bakhos von der Princeton Financial Group. „Wenn Buffett ins Wasser springt, könnten andere ihm folgen.“ Auch die japanische Großbank Sumitomo Mitsui Financial will Medienberichten zufolge in Goldman investieren. Goldman-Papiere stiegen bis zum Börsenschluss 6,4 Prozent auf 133 Dollar.

Im Plus lagen am Mittwoch außerdem Techwerte wie die Aktie des US-Computer- und Unterhaltungselektronikherstellers Apple, die 1,5 Prozent fester aus dem Handel ging. Auch das Papier des Softwareherstellers Microsoft legte um über ein Prozent zu. Investoren hegten die Hoffnung, dass die Ausgaben für Technik wieder steigen könnten, wenn das Rettungspaket erst einmal umgesetzt wird.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,08 Mrd. Aktien den Besitzer. 1265 Werte legten zu, 1873 gaben nach und 65 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,82 Mrd. Aktien 912 im Plus, 1862 im Minus und 127 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 01/32 auf 101-18/32. Sie rentierten mit 3,807 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 10/32 auf 101-17/32 und hatten eine Rendite von 4,407 Prozent.

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