Marktbericht Börse Newe York
US-Häusermarkt erfreut Wall Street

Eine überraschend positive Entwicklung auf dem US-Häusermarkt hat den New Yorker Börsen am Dienstag zu Kursgewinnen verholfen. Nur Gewinnmitnahmen begrenzten das Kursplus. Finanztitel waren gefragt, Energiewerte standen wegen des fallenden Ölpreises unter Druck. Andere Konjunkturdaten zeigen allerdings ein anderes Bild der US-Wirtschaft.

HB NEW YORK. Die Daten von US-Häusermarkt bestärkte die Anleger in ihrer Hoffnung auf ein Abebben der Wirtschaftskrise. Die Börsianer schienen dabei weitgehend darüber hinwegzusehen, dass andere Konjunkturdaten ein gemischtes Bild über den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft lieferten. Nach der jüngsten Rally auf ein Neun-Monats-Hoch begrenzten aber Gewinnmitnahmen vor allem bei Versorgern, Telekommunikationskonzernen und im Energiesektor das Kursplus. Gefragt waren dagegen Finanztitel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 9321 und einem Tief von 9250 Punkten. Er verließ den Handel 0,4 Prozent im Plus bei 9320 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,3 Prozent auf 1005 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,13 Prozent auf 2011 Punkte zu. In Frankfurt verlor der Dax 0,2 Prozent auf 5417 Stellen.

Der S&P hat seit Anfang März fast 48 Prozent zugelegt und hatte am Vortag die psychologisch wichtige Marke von 1000 Punkten überschritten. "Der Markt hatte im vergangenen Monat natürlich einen guten Lauf", sagte Marc Pado von Cantor & Fitzgerald in San Francisco. "Es ist wirklich hart, in Schwung zu kommen, wenn man schon so weit gegangenen ist."

Optimismus schöpften die Anleger vor allem aus den Nachrichten vom Häusermarkt. So sind die laufenden Verkäufe bestehender Eigenheime im Juni den fünften Monat in Folge und stärker als erwartet gestiegen. "Von jenen, die den Häusermarkt als Katalysator für einen Aufschwung betrachten, wird dies positiv bewertet", sagte Marktstratege Pado.

Die übrigen Konjunkturdaten boten allerdings kein so klares Bild: Zwar stiegen die Konsumausgaben im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent und damit etwas stärker als angenommen. Die persönlichen Einkommen sanken aber um 1,3 Prozent und damit so stark wie seit Januar 2005 nicht mehr. Der private Konsum macht rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus.

An der Börse gefragt waren Finanztitel. So legte Bank of America 2,1 Prozent und Citigroup 2,2 Prozent zu. Zu den Gewinnern gehörten auch die Aktien von PepsiCo mit einem Plus von 5,1 Prozent. Der weltweit zweitgrößte Limonadenhersteller nach Coca-Cola kündigte an, für fast acht Mrd. Dollar seine beiden größten Abfüller, Pepsi Bottling und PepsiAmericas, zu übernehmen. Die Titel dieser beiden Unternehmen schossen um jeweils mehr als acht Prozent in die Höhe.

Die Anleger trennten sich dagegen von Aktien des Chemiekonzerns Westlake, der einen herben Gewinneinbruch hinnehmen musste. Das Unternehmen stellt die Grundstoffe für eine weitreichende Palette von Produkten her, die von Farbe bis hin zu Polyesterhemden reichen. Westlake-Titel verloren 5,2 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,3 Mrd. Aktien den Besitzer. 1851 Werte legten zu, 1168 gaben nach und 119 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von knapp 2,3 Mrd. Aktien 1509 Titel im Plus, 1153 im Minus und 128 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gaben im späten Handel auf 95-15/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 3,69 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren auf 96-17/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,46 Prozent.

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