Marktbericht: Börse Tokio
Asiens Börsen sacken ab

Nach dem überraschenden Scheitern des milliardenschweren US-Rettungspakets für die Finanzbranche haben die Börsen in Asien am Dienstag ebenfalls Verluste verzeichnet. Der Kursrutsch fiel jedoch nicht so stark aus wie am Vortag an der Wall Street.

HB TOKIO. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 4,1 Prozent auf 11 259 Punkte nach - den tiefsten Stand seit drei Jahren. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 3,6 Prozent auf 1 087 Zähler. In Südkorea eröffnete der Aktienmarkt mit einem Minus von 5,5 Prozent, schloss am Ende jedoch nur 0,6 Prozent im Minus. Die Aktienmärkte in Hongkong, Taiwan und Singapur lagen zwischen zwei und vier Prozent im Minus.

Damit brachen die Kurse nicht so stark ein wie befürchtet, nachdem der Dow Jones-Index am Montag den größten Punkteverlust an einem Tag aller Zeiten erlitten hatte. Der Dow war um knapp sieben Prozent gefallen, der S&P-500 verlor 8,8 Prozent, die Technologie-Börse Nasdaq sogar 9,1 Prozent.

In Tokio hielten sich die Verluste trotz der Ablehnung des US-Rettungspaketes durch das Repräsentantenhaus dagegen in Grenzen. Trotz schwacher Konjunkturdaten waren Händler verhalten optimistisch. "Japanische Aktien sind relativ attraktiv. Im Gegensatz zu Finanzinstituten in den USA und Euro erscheint es relativ unwahrscheinlich, dass große japanische Finanzinstitute zusammenbrechen", sagte Soichiro Monji von Daiwa SB. Die Lage der Wirtschaft bleibe jedoch weiter schwierig, erklärte sein Kollege Tomomi Yamashita von Shinkin Assent Management.

So gehörten vor allem Finanztitel und stark exportorientierte Unternehmen zu den Verlierern. Japans größte Bank Mitsubishi UFJ Financial verlor 4,7 Prozent, Nummer zwei Mizuho Financial 4,1 Prozent. Die Papiere des Elektronikkonzerns Sony gaben 6,5 Prozent nach, die Aktie von Canon verbilligte sich um 6,1 Prozent. Die Titel des weltgrößten Autobauers Toyota fielen um 4,6 Prozent.

Händler verwiesen auf einen immensen Vertrauensverlust durch die Ereignisse in den USA, aber auch in Europa, wo mehrere Banken staatlich gestützt werden mussten. "Es ist schwervorstellbar, was geschehen wird. Das ist beängstigend", sagte ein japanischer Aktienhändler. "Ganz besonders, dass die europäischen Banken lange so getan haben, als ob alles in Ordnung wäre, und nun fallen sie eine nach der anderen auseinander."

Der Preis für US-Leichtöl hielt sich nach einem Einbruch von zehn Prozent in den USA stabil bei 96 Dollar je Barrel. Den Dollar stießen die Händler fernöstlichen Devisenhandel in großem Umfang ab. Die US-Währung kostete 103,50 Yen und damit so wenig wie zuletzt im Mai, bevor er sich wieder auf 104,35 Yen erholte. Der Euro verlor rund 0,5 Prozent und wurde mit 1,4366 Dollar gehandelt. Gegenüber der japanischen Währung gab er ebenfalls nach auf 149,55 Yen ab. Damit näherte er sich wieder dem zweijährigen Tiefstand an, den er vor kurzem erreicht hat.

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