Marktbericht: Börse Tokio
Asiens Börsen unter Druck

Die Börsen in Asien haben am Donnerstag unter der Ungewissheit über den US-Rettungsplan für die Wall Street gelitten und überwiegend Verluste hinnehmen müssen. Die Anleger blieben allgemein zurückhaltend, nachdem US-Präsident George W. Bush vor katastrophalen Folgen für die Wirtschaft gewarnt hatte, sollte der Kongress das milliardenschwere Hilfspaket nicht bald billigen.

HB TOKIO/SCHANGHAI. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,9 Prozent im Minus bei 12 006 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,2 Prozent auf 1153 Punkte. Die Börsen in Taiwan, Singapur und Australien gaben jeweils mehr als ein Prozent nach, während der Aktienmarkt in Shanghai fast 3,6 Prozent fester tendierte. Der Markt in Korea legte knapp 0,4 Prozent zu. Die Börse in Hongkong lag wenig verändert.

Auf der Verkaufliste der Händler in Tokio standen vor allem Schifffahrtsgesellschaften, nachdem der zentrale Index für den Rohstoff-Handel am Vortag um mehr als sechs Prozent auf ein 20-Monatstief gefallen war. Hintergrund waren die Turbulenzen auf den Finanzmärkten, niedrigere Rohstoffpreise und Sorgen, dass die Nachfrage in Asien nachlassen könnte. So fielen die Aktien von Kawasaki Kisen Kaisha um 5,6 Prozent, die Papiere von Mitsui OSK Lines um 6,3 Prozent und die Titel von Nippon Yusen KK um 5,7 Prozent.

Dominierendes Thema blieb aber weiter der US-Rettungsplan für die krisengeschüttelte Wall Street und die deshalb anhaltende Ungewissheit über die Zukunft der weltgrößten Volkswirtschaft. Die Beruhigungsversuche von Präsident Bush und Notenbankchef Ben Bernanke zeigten bei den Händlern erste Abnutzungserscheinungen.

„Was Bush, Bernanke und all die anderen sagen wollen ist, wir pumpen so viel Geld in den Markt, also seid jetzt bitte alle beruhigt“, sagte Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Securities. Das große Problem dabei sei aber, dass der Markt die Rettung bereits weitgehend einkalkuliert habe. Es gehe jetzt also um konkrete Fragen, beispielsweise wann der Plan umgesetzt werde.

Der düstere Ausblick für die US-Wirtschaft machte auch japanischen Autoherstellern zu schaffen. So fielen die Papiere von Honda um 3,8 Prozent, die von Toyota 2,5 Prozent.

Auch in Hongkong war Abwarten die Devise: „Viele Leute warten auf eine Entscheidung aus den USA“, sagte Y.K. Chan von Phillip Securities. Die meisten Gewinne in Hongkong hingen damit zusammen, dass am Montag viele Derivat-Kontrakte abliefen.

Der Euro legte im Vergleich zum späten US-Handel rund 0,6 Prozent zu und kostete 1,47 Dollar.

Der Dow-Jones-Index hatte am Mittwoch 0,3 Prozent im Minus bei 10 825 Punkten geschlossen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,2 Prozent auf 1185 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte indes 0,1 Prozent fester bei 2155 Punkten.

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