Marktbericht: Börse Tokio
Konjunktursorgen drücken den Nikkei

Die Sorgen über den Zustand der japanischen Wirtschaft wachsen. Während die meisten anderen Börsen in Asien zulegen konnten, fiel der japanische Leitindex Nikkei weiter zurück. Die Notenbank schnürt derweil ein Hilfspaket.

HB TOKIO/HONGKONG. Hoffnungen auf Regierungshilfen haben vielen Aktienmärkte in Fernost am Dienstag zu Gewinnen verholfen. In Tokio überwogen allerdings die Sorgen über den schlechten Zustand der japanischen Wirtschaft. Auch negative Unternehmenszahlen bereiteten den Marktteilnehmern Sorgen. Der Aufkauf von Bank-Aktien durch die japanische Notenbank konnte die Stimmung nicht entscheidend aufhellen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel in Tokio mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 7 825 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,5 Prozent auf 773 Stellen. Die Aktienmärkte in Hongkong, Taiwan, Südkorea, Singapur und Shanghai verzeichneten dagegen Gewinne.

Die Bank of Japan will den japanischen Instituten Anteilsscheine im Wert von umgerechnet fast neun Mrd. Euro abnehmen, um sie in der Finanzkrise zu stabilisieren. Die japanischen Banken halten hohe Unternehmensbeteiligungen, oft an ihren Kunden. Der Kursverfall an den Aktienmärkten hat die Geldhäuser damit in der Finanzkrise zusätzlich unter Druck gesetzt. Analysten begrüßten den Schritt zwar, zeigten sich aber dennoch vorsichtig. Es bleibe abzuwarten, welche Wirkung die Maßnahme bei der Stabilisierung des weiteren Finanzsystems haben werde, sagte Jason Rogers von Barclays Capital. Die Entscheidung der Notenbank schwächte den Yen. Ein Euro war 115,06 Yen wert und ein Dollar 89,55 Yen. Zum Dollar notierte der Euro nahezu unverändert bei 1,2847 Dollar.

Bei den Finanztiteln löste der Schritt der BOJ gemischte Reaktionen aus. Zum Handelsschluss tendierten die Titel von Mizuho Financial unverändert, die von Sumitomo Mitsui Financial 0,6 Prozent im Plus. Die Papiere der größten japanischen Bank Mitsubishi UFJ Financial Group verloren 0,8 Prozent. Laut einem Medienbericht droht dem Institut ein Verlust für den Zeitraum von April bis Dezember. Die Aktien der Shinsei Bank rutschten um 7,4 Prozent ab. Einem Bericht der Zeitung "Yomiuri Shimbun" zufolge wird das Institut seinen Ausblick für das bis März gehende Geschäftsjahr zurückschrauben.

Zu den Gewinnern gehörten dagegen die zuletzt arg gebeutelten Technologietitel. Bei ihnen griffen Schnäppchenjäger verstärkt zu. So gewannen unter anderem die Anteilsscheine des Elektronikkonzerns Hitachi 6,2 Prozent. Tags zuvor waren sie nach einer Verlustwarnung noch 17 Prozent in die Tiefe gerauscht. TDK-Titel legten 6,3 Prozent zu, die von Kyocera 1,7 Prozent.

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