Marktbericht: Börse Tokio
Miese Konjunkturdaten – Nikkei klettert trotzdem

Die Börsen in Fernost haben am Montag kräftig zugelegt. Die Anleger hoffen das Rettungspaket für die angeschlagene US-Automobilindustrie. Wenig Hoffnung dagegen machen wichtige Konjunkturdaten. Sowohl in Japan als auch in China ist die Lage bedrohlich.

HB TOKIO. Die Börsen in Fernost haben am Montag wegen der Hoffnungen auf ein Rettungspaket für die angeschlagene US-Automobilindustrie deutlich zulegen können. Die Hoffnung auf die Auto-Hilfen überwog auch die düsteren Prognosen des vielbeachteten Tankan-Berichts. Dem Stimmungsbarometer der japanischen Notenbank zufolge ist das Geschäftsklima so schlecht wie seit 2002 nicht mehr. Auch aus China gab es enttäuschende Konjunkturdaten.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel mit einem Plus von 5,2 Prozent bei 8664 Punkten. Am Freitag war die asiatische Leitbörse noch mit einem Abschlag von 5,6 Prozent ins Wochenende gegangen. Der breiter gefasste Topix-Index legte um 4,1 Prozent auf 846 Punkte zu. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan und Singapur notierten fester. Der chinesische Leitindex tendierte bei Handelsschluss in Japan nahezu unverändert.

Trotz der allgemein düsteren Stimmung gingen viele Anleger auf Schnäppchenjagd. Vor allem die Hoffnung auf eine Rettung der US-Autoindustrie half laut Analysten den Kursen, nachdem am Freitag bereits die Indizes an der Wall Street freundlicher geschlossen hatten. US-Präsident George W. Bush dämpfte am Montag allerdings die Hoffnungen auf eine unmittelbar bevorstehende Entscheidung. "Wir sind noch nicht soweit, das jetzt anzukündigen", sagte Bush.

Enttäuschend fiel der Tankan-Bericht aus, dem zufolge die Stimmung in Japans Wirtschaft so schlecht ist wie seit annähernd sieben Jahren nicht mehr. Für die kommenden drei Monate wird eine weitere Verschlechterung erwartet. Der Bericht geht zudem davon aus, dass die großen Firmen in den kommenden Monaten ihre Ausgaben kürzen werden. "Die Ausweitung des schlechten Prognosen auf März ist ein bisschen schockierend", sagte Susumu Kato von Caylon Capital Markets Japan. "Die Zahlen waren innerhalb der Erwartungen, aber die Aussichten bis März sehen eine weitere Verschlechterung. Dementsprechend ist es schwer vorherzusagen, wann das Ende der Krise kommt."

Auch aus China gab es schlechte Konjunkturdaten. So verlangsamte sich laut offiziellen Zahlen das Wachstum der Industrieproduktion im November auf 5,4 Prozent, der schwächste Anstieg seit mindestens neun Jahren Prozent in einem Monat außerhalb der Urlaubssaison. Im Oktober lag der Wert noch bei 8,2 Prozent. Der Euro konnte an den Devisenmärkten in Fernost zum Dollar zulegen und notierte bei 1,3480 Dollar. Gegenüber der japanischen Währung notierte der Dollar am Montag bei 90,90 Yen.

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