Marktbericht: Börse Tokio
Nikkei bricht ein

Der Nikkei musste am letzten Handelstag der Woche deutliche Verluste hinnehmen. Die japanische Leitwährung ging mit einem Minus von 2,6 Prozent aus dem Handel. Händler raunen, die staatlichen Anreize seien zu früh zurückgefahren worden. Aktien des Handelshauses Nomura wurden vom Handel ausgesetzt.

HB TOKIO. Heftige Abschläge an den Märkten in Tokio: Händler sagten, es gehe die Angst um, dass staatliche Anreize womöglich zu früh zurückgefahren würden. Die Börse in Tokio verbuchte die größten Abschläge, vor allem wegen des Handelshauses Nomura. Nomura-Papiere wurden vom Handel ausgesetzt, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, bis zu 5,6 Mrd. Dollar durch den Verkauf von Aktien einnehmen zu wollen. Analysten gingen davon aus, dass der Kurs des Unternehmens um rund 16 Prozent einbricht, wenn Anleger ihre Nomura-Titel aus Angst vor der Verwässerung der Papiere abstoßen. Zudem gab es Sorgen, andere Banken könnten ähnliche Schritte ergreifen.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,6 Prozent auf 10 265 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 2,9 Prozent auf 922 Zähler nach. Die Börsen in Südkorea und Hongkong lagen ebenfalls im Minus. Taiwan, Shanghai und Singapur notierten dagegen fester.

Börsianern zufolge lastete auf dem Markt, dass die Federal Reserve, die EZB und andere wichtige Notenbanken wohl bald einen Teil ihrer Hilfen für das Finanzsystem zurückfahren könnten. Die Zentralbanken kündigten an, wegen der verbesserten Lage an den Geldmärkten bald ihre gegenseitige Devisenunterstützung zu entflechten. Zudem drückten Forderungen aus China zur Ausarbeitung von Strategien zum Ausstieg aus den staatlichen Stimulierungsmaßnahmen sowie schwache Vorgaben aus den USA auf die Stimmung. Negativ für Exportwerte wirkten sich in Tokio die Zugewinne des Yen gegenüber dem Dollar aus.

Im Nomura-Sog kamen vor allem Finanztitel unter die Räder. Analysten zufolge könnte die Nomura-Emission eine neue Geldbeschaffungsrunde bei japanischen Banken einläuten. Die G20 drängen die Institute zu größeren Kapitalpuffern, um eine erneute Krise zu verhindern. Die Titel von Japans größtem Institut, Mitsubishi UFJ Financial verloren 6,5 Prozent, die von Sumitomo Mitsui 5,5 Prozent.

Steil nach unten ging es erneut für Japan-Airlines-Aktien. Die Papiere verloren 7,6 Prozent an Wert, nachdem eine Regierungskommission die Aufspaltung der krisengeschüttelten Fluggesellschaft als Option bezeichnete. JAL bemüht sich beim Staat um Hilfen. Der neue Verkehrsminister versagt aber bislang seine Unterstützung, da er Bedenken über die Wirksamkeit des JAL-Sanierungsplans hat.

Der Euro legte in Fernost zu auf 1,4685 Dollar nach 1,4658 Dollar im späten US-Handel. Zum Yen verlor die europäische Gemeinschaftswährung dagegen und war 133,11 Yen. Der Dollar gab gegenüber der japanischen Währung nach auf 90,62 Yen nach 91,28 in New York.

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