Marktbericht Börse Tokio
Nikkei-Index stoppt seine Rally

Verluste bei Finanzaktien haben den japanischen Nikkei-Index zunächst gebremst. Der Subindex für Bankaktien rutschte um mehr als drei Prozent ab - dreimal so stark wie der Nikkei selbst. Nach der Rally der Vortage waren diese Gewinnmitnahmen zu erwarten. Gleichwohl erwarten Strategen nun schwerere Zeiten für japanische Aktien.

HB TOKIO. Die Aufwärtsbewegung des japanischen Nikkei-Index ist unterbrochen worden. Der 225 Werte umfassende Leitindex der Tokioter Börse verlor 1,6 Prozent auf 9 298 Punkte. Angesichts der kräftigen Kursgewinne der vergangenen Wochen, die dem Nikkei seit Ende April ein Plus von knapp 1 000 Punkten bescherten, und der schwachen Vorgaben von der Wall Street kam das Minus nicht überraschend. In New York hatte der Dow Jones Index am Montag 1,8 Prozent verloren, der S&P 500 hatte 2,15 Prozent nachgegeben.

"Die Anleger sichern sich Gewinne, nachdem die Stresstests für die US-Großbanken im Rahmen der Erwartungen ausfielen“, sagt Takahiko Murai, Aktienstratege bei Nozomi Securities. „Der Fokus wird sich nun auf die Konsumausgaben richten, die einen Großteil des BIP stellen. Die Anleger werden nach fundamentalen Hinweisen suchen, dass die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung, die die Kurse um mehr als 30 Prozent nach oben getrieben haben, gerechtfertigt sind.“

In Tokio lastete vor allem ein Kursrückgang bei japanischen Finanztiteln auf der Börse.. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem Bankenaktien am Vortag ebenso wie in den Wochen zuvor kräftig zugelegt hatten. Die Aktien von Mizuho Financial Group rutschten gut sechs Proeznt ins Minus. Die Papiere von Mitsubishi UFJ Financial verloren fünf Prozent an Wert. Der Bankensubindex der japanischen Börse fiel ebenfalls um mehr als vier Prozent, nachdem er in den vergangenen drei Handelstagen fast 20 Prozent gewonnen hatte.

Auch Unternehmenszahlen drückten auf die Kurse: Die Aktien von Dentsu, Japans größter Werbeagentur, fielen um 7,5 Prozent, nachdem das Unternehmen für das vierte Quartal einen Verlust von fast 25 Mrd. Yen (250 Mio. Dollar) gemeldet und eine schleppende Erholung im laufenden Jahr vorhergesagt hatte. Der Pharma-Konzern Daiichi Sankyo wurde von den Anlegern nach einem hohen Nettoverlust ebenfalls abgestraft: Die Aktie rutschte um 9,3 Prozent ab.

Die Titel von Suzuki Motor gaben ebenfalls zwei Prozent nach: Der Autohersteller geht für das laufende Jahr wegen der einbrechenden globalen Nachfragen und des höheren Yen-Kurses von einem Gewinneinbruch um 87 Prozent aus. Im Zeitraum von Januar bis März, dem letzten Quartal im japanischen Geschäftsjahr, konnte Suzuki dank guten Wachstums auf dem indischen Markt zumindest einen Verlust vermeiden. Die Aktien von Toyota sanken erneut um 1,3 Prozent, nachdem sie am Vortag fast fünf Prozent verloren hatten. Die Titel von Nissan gaben ein Prozent nach. Der Konzern sollte nach Handelsschluss noch Zahlen für das Schlussquartal vorlegen.

Die Blicke der Investoren richten sich allerdings bereits weiter nach vorne: „Der Nikkei ist im Wesentlichen aufgrund von Hoffnungen gestiegen“, sagt Katsuhiko Kodama, Senior-Aktienstratege bei Toyo Securities. „Anleger werden jetzt auf die Ergebnisse des Quartals von April bis Juni warten. Der Nikkei dürfte es daher vorerst schwer haben, über 10 000 Punkte zu klettern“, erwartet er.

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