Marktbericht: Börse Tokio
Nikkei: Kursgewinne trotz mieser Stimmung

Die Aktienkurse an der Börse in Tokio legen zu. Dabei fiel der Konjunkturbericht der japanischen Notenbank so schlecht aus wie niemals zuvor. Das Vertrauen der Unternehmen ist auf dem Tiefpunkt angelangt.

HB HONGKONG/TOKIO. Die Börsen in Asien haben am Mittwoch mehrheitlich höher tendiert. Autowerte sorgten vor allem in Japan und Südkorea für Gewinne, nachdem eine Lösung um den angeschlagenen US-Autobauer General Motors näher zu rücken schien. In den Tokioter Aktienmarkt floss am ersten Tag des neuen Steuerjahres zudem frisches Geld, was etwa Sony einen Kursgewinn von über sechs Prozent bescherte. Nur der Handelsplatz in Hongkong verzeichnete Verluste.

In Tokio gewann der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund drei Prozent auf 8351 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 2,6 Prozent im Plus bei 793 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Taiwan, Singapur und der chinesische Leitindex notierten fester, während die Börse in Hongkong schwächer tendierte.

Rally bei Autoaktien

Die Aktien von Toyota legten in Tokio um 4,8 Prozent zu. Honda-Papiere stiegen um 6,7 Prozent, die Anteilsscheine von Nissan sogar um zehn Prozent. Sobald bei den US-Autobauern eine Entscheidung getroffen sei, werde der Markt von einem negativen Faktor befreit, meinte Yutaka Miura von Shinko Securities. In Südkorea gewannen die Aktien von Hyundai über fünf Prozent in der Hoffnung, von General Motors weltweit Marktanteile übernehmen zu können.

Die Opel-Mutter GM hatte am Dienstag davor gewarnt, sie müsse bis Juni möglicherweise Insolvenz beantragen. Sollte die Konzernführung Gläubigern und Gewerkschaften keine drastischen Einschnitte abringen können, gebe es Pläne, das Unternehmen unter Gläubigerschutz zu stellen und in zwei Teile aufzuspalten, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Düsterer Bericht

Der Konjunkturbericht der japanischen Notenbank hatte dagegen nur wenig Einfluss auf den Aktienhandel. Der Bericht wies ein Stimmungstief in der zweitgrößten Volkswirtschaft aus. Das Vertrauen in die Entwicklung ging demnach in den drei Monaten bis März um 34 Punkte und damit so stark wie nie zurück und erreichte ein Minus von 58 Punkten. Dies war noch schlechter als ohnehin bereits erwartet.

Die Börse in Tokio profitierte dennoch von einer großen Nachfrage nach Finanzwerten. Aktien des heimischen Branchenführers Mitsubishi UFJ Financial<8306.T) legten um vier Prozent zu, die der zweitplatzierten Mizuho Financial Group um 1,6 Prozent. Auch die Vorgaben aus New York stützten die meisten Handelsplätze in Fernost. Die Wall Street hatte am Dienstag deutlich zugelegt und den März damit zu dem Monat mit dem höchsten prozentualen Anstieg seit über sechs Jahren gemacht. Der Dow-Jones-Index schloss 1,2 Prozent fester bei 7608 Punkten, der S&P-500 gewann 1,3 Prozent auf 797 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 1,8 Prozent auf 1528 Punkte zu. Der Euro notierte in Fernost leichter. Die Gemeinschaftswährung gab auf 1,3185 Dollar von 13246 Dollar nach. Der Dollar fiel zum Yen von 98,81 auf 98,69 Yen.

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