Marktbericht: Börse Tokio
Nikkei: „Mehr als nur ein kurzfristiger Aufschwung“

Die Billionen-Hilfen der G20-Staaten im Kampf gegen die Rezession haben für gute Stimmung an den Börsen in Fernost gesorgt. Händler machten sich Hoffnung auf eine Abschwächung der Wirtschaftskrise in den USA und schickten den japanischen Nikkei vorübergehend auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Wegen des fallenden Yen waren besonders Exportwerte gefragt.

HB TOKIO/HONGKONG. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte gewann 0,3 Prozent auf 8749 Punkte, nachdem er im frühen Handel den Drei-Monats-Höchststand von 8884 Zählern berührt hatte. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,6 Prozent auf 831 Zähler zu. Auch die Aktienmärkten in Südkorea, Hongkong, Shanghai, Taiwan und Singapur notierten fester.

Die Hilfen der G20-Staaten und die neuen Bilanzierungsregeln hatten zuvor bereits die Wall Street beflügelt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss den dritten Tag in Folge im Plus. Er legte um 2,8 Prozent auf 7978 Stellen zu. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 2,9 Prozent auf 834 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 3,3 Prozent auf 1602 Punkte vor.

Auch in Fernost wurden die G20-Entscheidungen positiv aufgenommen. "Das Marktumfeld verbessert sich zusehends", sagte ein Aktienhändler von Nikko Cordial. "Die Börse klettert mit Verve nach oben. Hinter der gegenwärtigen Entwicklung steckt mehr als nur ein kurzfristiger Aufschwung." Analyst Yutaka Miura rechnet damit, dass der Nikkei in der kommenden Woche über die 9000-Punkte-Marke klettern könnte. Voraussetzung sei jedoch, dass die US-Arbeitslosenzahlen nicht deutlich schlechter ausfallen als erwartet, fügte er hinzu.

"Ausländische Investoren werden wieder risikofreudiger", erklärte Miura. Die Kursgewinne in den USA und Europa führten dazu, dass Händler auch an den Fernost-Börsen wieder zugreifen würden. So stieg das Handelsvolumen in Tokio im Vergleich zu den Vortagen deutlich an. Für das nur geringe Kursplus am Ende machten Händler Gewinnmitnahmen verantwortlich. "Nach dem starken Anstieg in letzter Zeit fürchten manche Händler eine Überhitzung des Marktes und legen eine kurze Pause ein", sagte Anlagestratege Yoshinori Nagano.

Exporttitel in Tokio profitierten vom billigeren Yen. Der Dollar übersprang zwischenzeitlich die psychologisch wichtige Marke von 100 Yen und auch der Euro legte auf ein Niveau zu, das er seit fünf Monaten nicht mehr erreicht hatte. Zum Handelsschluss in Tokio lag der Euro nahezu unverändert bei 1,3431 Dollar. Zum Yen verteuerte er sich auf 134,78 Yen. Der Dollar fiel nach dem Durchbrechen der 100-Yen-Marke wieder etwas und war 99,59 Yen wert.

Zu den Gewinnern gehörten wie am Vortag Autobauer wie Toyota und Elektronikwerte wie Sony. Toyota-Papiere verteuerten sich um 7,3 Prozent, Sony-Anteile um 3,2 Prozent. Die Aktien von Honda gewannen 1,7 Prozent, die von Nissan schossen 5,9 Prozent nach oben.

Im Bankensektor verloren die Aktien von Mitsubishi UFG Financial 0,4 Prozent. Die japanische Großbank ist Kreisen zufolge Favorit für den Kauf des Brokerhauses der Citigroup in Japan. Bereits im Mai könne es eine Entscheidung geben. Auch die Kurse anderer japanischer Großbanken gaben trotz der positiven US-Vorgaben nach.

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