Marktbericht: Börse Tokio
Nikkei rutscht auf Fünfjahrestief

Unterstützt von einer überraschend kräftigen Zinssenkung in Australien haben sich die meisten Börsen in Asien am Dienstag nach den jüngsten Verlusten etwas erholt. Wegen Sorgen vor weiteren Belastungen durch die Finanzkrise gab der japanische Nikkei allerdings erneut kräftig nach und schloss auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren.

HB TOKIO/HONGKONG. Vor allem Exportwerte zählten dort zu den Verlierern. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor in Tokio drei Prozent auf 10 155 Punkte. Der breiter gefasste Topix ging 2,2 Prozent schwächer bei 977 Zählern aus dem Handel. Die Börse in Shanghai lag ebenfalls im Minus. Die Aktienmärkten in Südkorea, Taiwan und Singapur verbuchten dagegen Gewinne. Händlern zufolge schürte die kräftige Zinssenkung der australischen Notenbank Hoffnungen ähnliche Schritte anderer Notenbanken. Die Börse in Hongkong hatte wegen eines Feiertags geschlossen.

"Am Markt herrscht seit der vergangenen Woche Panik und deshalb verkaufen viele Menschen", sagte Koichi Ogawa von Daiwa Asset Management. Dabei gebe es oft gar keinen konkreten Grund dazu, fügte er hinzu. Sorgen um eine abflauende Weltwirtschaft in Folge der Finanzkrise belastete in Tokio vor allem die Papiere stark exportorientierter Unternehmen. Die Aktien des weltgrößten Autobauers Toyota verloren 4,9 Prozent, die des Konkurrenten Honda verbilligten sich um fünf Prozent. Die Titel des Elektronikkonzerns Canon gaben gut vier Prozent nach und Kyocera-Papiere 3,5 Prozent. Die Anteilsscheine von Sharp stürzten sogar um 9,3 Prozent ab, nachdem der Konzern am Vortag seine Gewinnprognose nach unten korrigiert hatte.

Nach anfänglichen Verlusten von über fünf Prozent erholte sich der Nikkei im Laufe des Handelstages wieder. Verantwortlich dafür war nach Händlerangaben die überraschend starke Zinssenkung der australischen Notenbank. Sie hatte den Zinssatz um einen Prozentpunkt auf 6,0 Prozent zurückgenommen - die größte Leitzinssenkung in Australien seit 16 Jahren. Obwohl die Bank von Japan zugleich die Leitzinsen unverändert ließ, hofften viele Investoren auf weitere Belebungsmaßnahmen von Notenbanken weltweit. "Der nächste Schritt könnte eine aufeinander abgestimmte Leitzins-Kürzung sein, Eingriffe in die Devisenmärkte oder mehr Finanzmittel für die Geldmärkte", sagte Tsutomu Soma von Okasan Securities.

Im asiatischen Devisenhandel legten Dollar und Euro zum japanischen Yen zu. Der Euro verteuerte sich knapp ein Prozent auf 139,55 Yen, der Dollar wurde mit 102,85 Yen gehandelt. Am Vortag hatten Sorgen um eine weitere Ausbreitung der US-Finanzkrise die Anleger in die japanische Währung getrieben und für den größten Tagesgewinn des Yen zum Dollar seit 1998 gesorgt. Der Euro notierte zum Dollar nur wenig verändert bei 1,35 Dollar.

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