Marktbericht Börse Tokio
Nikkei schafft ein kleines Plus

Mit einer deutlich gesenkten Konjunkturprognose hat die japanische Regierung Anlegern den Nikkei nur vorübergehend ausgebremst. Der japanische Leitindex rutschte zwar nach anfänglichen Gewinnen ins Minus, drehte kurz vor Handelsschluss aber erneut die Richtung. Besonders hohe Gewinne gab es bei zwei Banken, weil ihre Fusionspläne an der Börse gut ankommen.

HB TOKIO. Der japanische Aktienmarkt ist durchwachsen in die Woche gestartet. Der Nikkei-Index legte zunächst zu, drehte im Verlauf aber die Richtung und lag bis kurz vor Handelsschluss rund 0,5 Prozent im Minus. Kurz vor der Schlussglocke zog der japanische Leitindex dann aber noch mal an und schaffte noch ein kleines Plus von 0,2 Prozent auf 8 726 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,4 Prozent auf 833 Punkte.

Mit der erneuten Kurswende zum Handelsschluss schüttelten die Anleger die vorübergehende Skepsis noch einmal ab. Diese hatte von verschiedenen Seiten Nahrung erhalten: Zum einen drückten deutlich nachgebende US-Futures auf die Stimmun. Daneben gab es neue pessimistische Konjunkturprognosen der japanischen Regierung. Deren Einschätzung nach wird die Wirtschaft des Landes im laufenden Jahr um 3,3 Prozent schrumpfen und damit so stark wie nie zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Grund sei die anhaltend schlechte Nachfrage beim Export angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise, hieß es am Montag in Tokio.

Beim Bruttoinlandsprodukt rechnet die Regierung für das im März abgelaufene Wirtschaftsjahr mit einem Minus von 3,1 Prozent - deutlich mehr als die zuvor geschätzten 0,8 Prozent. 1998 hatte Japan ein Minus von 1,5 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt verzeichnet.

Einige Analysten sahen auch in der Sorge vor einer Ausbreitung der Schweinegrippe bereits eine Belastung für die Börse. Der einzige messbare Effekt infolge des Virus in Mexiko waren allerdings Kursgewinne bei der Aktie des Pharmaherstellers Chugai Pharmaceutical. In der Erwartung größerer Nachfrage nach Grippeimpfstoff nach dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko und den USA legten die Aktien mehr als 13 Prozent zu.

Für Gesprächsstoff an der Börse in Tokio sorgten auch die beiden Verluste schreibenden Banken Shinsei und Aozora. Nach Angaben aus Finanzkreisen wollen sich diese zum sechstgrößten Institut Japans zusammenschließen. Die Zeitung „Nikkei“ berichtete, der Zusammenschluss sei für Mitte kommenden Jahres angepeilt. Details zu den Plänen waren zunächst nicht erhältlich, an der Börse stießen sie aber auch so auf ein positives Echo: Die Aktie der Shinsei Bank legte rund 13 Prozent zu, bei Aozora betrug das Plus 16 Prozent.

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