Marktbericht Börse Tokio
Nikkei schüttelt die Sorgen ab

Beflügelt durch erfreuliche Konjunkturdaten aus den USA und Japan hat der Nikkei-Index nach dem Feiertag kräftig Aufwind bekommen. Vor allem exportorientierte Werte profitierten von der Hoffnung auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt. Die Sorge vor der Schweinegrippe spielt in Tokio keine Rolle mehr.

HB TOKIO. Positive Wirtschaftsdaten haben der Börse in Tokio am Donnerstag hohe Gewinne beschert. Der Nikkei-Index beendete den Handel mit einem Plus von 3,9 Prozent auf 8 828 Punkte. Der breit gefasste Topix-Index legte 3,2 Prozent auf 838 Zähler zu. Für gute Stimmung sorgten insbesondere vorläufige Regierungsangaben über die Industrieproduktion. Danach gab es im März erstmals seit sechs Monaten wieder ein Plus von 1,6 Prozent.

Während die japanische Börse am Vortag wegen eines Feiertags geschlossen blieb, hatten die Aktienmärkten in Europa und den USA bereits deutlich zugelegt und dem Nikkei damit gute Vorgaben geliefert. Der Dow-Jones-Index an der Wall Street gewann 2,1 Prozent auf 8 186 Punkte. Der Dax war ebenfalls um 2,1 Prozent auf 4 704 Punkte gestiegen.

Neben den Daten aus der Industrieproduktion werteten Händler in Tokio auch die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA als Zeichen, dass der weltweite Abschwung sich verlangsamen könnte. Am Mittwoch gab es in den USA unter anderem die Nachricht, dass sich die Konsumentenausgaben erholen - für die japanischen Exporteure eine positive Botschaft."

Zu den größten Gewinnern an der Tokioter Börse zählten infolge der Hoffnungen auf eine Erholung in den USA die Aktien von exportorientierten Unternehmen. Die Titel des Autoherstellers Honda gewannen 9,2 Prozent, die des Konkurrenten Nissan mehr als acht Prozent, Fuji-Papiere legten um 8,2 Prozent zu. Fujitsu-Aktien legten 2,6 Prozent zu, nachdem das Unternehmen berichtet hatte, dass es mit dem taiwanesischen Chiphersteller TSMC über eine Auslagerung der Chipproduktion verhandelt.

Dass die US-Wirtschaft nach Angaben des Wirtschaftsministeriums im ersten Quartal um 6,1 Prozent geschrumpft ist und damit deutlich stärker als erwartet, konnte die Zuversicht nicht bremsen. "Die Zahlen aus den USA und aus Japan waren nicht so schlecht wie befürchtet, was Hoffnungen nährt, dass die Wirtschaft ihren Boden gefunden hat", sagte Takahiko Murai, Aktienstratege bei Nozomi Securities. Der Volkswirt Satoru Ogasawara von Credit Suisse warnte aber vor verfrühtem Optimismus: "Wir erwarten jetzt keine V-förmige Gegenbewegung. Es wird eher so sein, dass nach einem Ende der Talfahrt eine längere Phase der Stagnation folgt."

Die Sorge vor einer Ausbreitung der Schweinegrippe, die zu Wochenbeginn noch für die Verluste an den Börsen verantwortlich gemacht wurde, spielte in Tokio keine Rolle mehr. Dabei hat die Weltgesundheitsorganisation WHO ihre Alarmstufe auf die zweithöchste Stufe 5 angehoben.

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