Marktbericht: Börse Tokio
Party in Tokio: Nikkei klettert kräftig

An der Börse in Tokio wird es Frühling. Nach guten Vorgaben von der New Yorker Wall Street klettern die Aktienkurse in Japan kräftig. Für gute Laune sorgten vor allem Daten zur US-Konjunktur. Gefragt sind vor allem die Aktien der Autobauer.

TOKIO/HONGKONG. Beflügelt von Autowerten haben die Börsen in Fernost am Donnerstag kräftige Gewinne verzeichnet. Auch Exporttitel zogen in der Hoffnung an, dass das Schlimmste der Rezession für den wichtigen US-Markt bereits überstanden sein könnte. Vor der EZB-Zinsentscheidung und den Beschlüssen des G20-Gipfels in London hielten sich die Anleger in Asien am Devisenmarkt dagegen zurück.

In Tokio gewann der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 4,4 Prozent auf 8 719 Punkte und schloss damit auf dem höchsten Stand seit drei Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 4,1 Prozent im Plus bei 826 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur und der chinesische Leitindex notierten fester.

Autoaktien gefragt

Relativ stabile Absatzzahlen vom US-Automarkt zogen vor allem die Aktien von Autokonzernen wie Toyota ins Plus.Der Kurs des weltweit größten Autobauers schoss um 5,5 Prozent nach oben. Die Anteile von Honda verteuerten sich um fast elf Prozent, die des Renault-Partners Nissan sogar um 13,8 Prozent. Der Absatz fiel in den USA zwar den 17. Monat in Folge, aber weniger als von manchen Analysten befürchtet. Auch Zahlen vom US-Immobilienmarkt sorgten für Erleichterung. "Die Konjunkturdaten sind besser als erwartet", erklärte Dariusz Kowalcyk von SJS Markets in Hongkong. "Auf der anderen Seite gibt es weiter Unsicherheit bei den US-Autobauern sowie Anzeichen von Meinungsverschiedenheiten zwischen den G20-Staaten."

Gestützt wurde der Markt indes von einem Höhenflug des Kurses von Elpida. Der drittgrößte Hersteller von DRAM-Speicherchips erwägt, seinem neuen Partner Taiwan Memory einen zehnprozentigen Anteil am Unternehmen zu überlassen. Für Elpida-Aktien mussten knapp 13 Prozent mehr bezahlt werden. Auch andere Exportwerte profitierten von dem neu erwachten Optimismus. Der Kurs des Elektronikkonzerns Sony schnellte um mehr als neun Prozent in die Höhe.

Euro legt gegenüber Yen zu

In New York hatte der Dow-Jones-Index der Standardwerte anfängliche Verluste wettgemacht und schloss zwei Prozent im Plus bei 7761 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 1,7 Prozent auf 811 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 1,5 Prozent auf 1551 Stellen.

Der Euro tendierte in Fernost etwas höher. Die Gemeinschaftswährung notierte mit einem Aufschlag von 0,1 Prozent bei 1,3267 Dollar. Zum Yen wurde der Euro um 0,5 Prozent höher bei 131,09 Yen gehandelt. Auch der Dollar stieg in Fernost gegenüber dem Yen um 0,3 Prozent auf 98,83 Yen. Die Händler stellten sich darauf ein, dass die EZB ihren Leitzins ein weiteres Mal senkt und damit auf ein Rekordtief von 1,0 Prozent fallen lässt. Mit Spannung warteten sie jedoch darauf, ob die Europäer nun dem Beispiel anderer Länder folgen und über den Ankauf von Anleihen weitere Milliarden in die Wirtschaft pumpen. Finanziert würde das de facto durch das Anwerfen der Notenpresse.

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