Marktbericht: Börsen Europa
Europas Börsen fallen zurück

Belastet von Banken- und Rohstoffwerten haben die europäischen Aktienindizes am Mittwoch die Berg- und Talfahrt der vergangenen Tage fortgesetzt und Verluste verbucht.Händler sprechen von Gewinnmitnahmen.

HB PARIS/LONDON. Der Eurostoxx 50 verlor 1,49 Prozent auf 2 040,22 Zähler, nachdem er am Vortag um 3,01 Prozent gestiegen war. Der Londoner FTSE 100 fiel um 0,68 Prozent auf 3 899,54 Punkte. Der französische CAC-40-Index gab 1,45 Prozent auf 2 766,59 Zähler ab.

"Was wir heute sehen, ist ein Potpourri: Nach den deutlichen Kurgewinnen von gestern, nehmen Anleger heute Gewinne mit", sagte David Buik, Stratege bei BGC Partners in London. "Wir haben es mit einem hoch neurotischen Markt zu tun, in dem keiner weiß was die Zukunft bringt." Mit Blick auf das bevorstehende G-20-Treffen glaubt der Experte, dass die Markterwartungen möglicherweise zu hoch gesteckt sind. Wenn klar würde, dass die Regierungschefs sich in die gleich Richtung bewegten, sei das seiner Meinung nach schon ein deutlicher Schritt nach vorne. Am Nachmittag erhoffen sich Börsianer neue Impulse von US-Konjunkturdaten.

Societe Generale führten mit einem Abschlag von 4,41 Prozent auf 28,20 Euro die Abwärtsbewegung der Finanzwerte an. Die französische Großbank erwartet für das erste Quartal weitere Abschreibungen auf Risikopapiere. Deren Ausmaß werde aber beherrschbar sein, teilte das Kreditinstitut bereits am Dienstagnachmittag mit. "Nimmt man alle bisherigen Äußerungen der Societe Generale zusammen, ergibt sich nach unserer Berechnung für das erste Quartal ein in etwa ausgeglichenes Ergebnis", schrieben Analysten der Credit Suisse in einem Kommentar. Fortis und Aegon gaben ebenfalls deutlich nach.

Verluste bei Rohstoffwerten trugen zu dem allgemein schwachen Markttrend bei. Der Ölpreis fiel um mehr als zwei Prozent und sorgte bei Werten wie TOTAL für Kursverluste von 2,28 Prozent auf 36,57 Euro und schickte BP um 2,33 Prozent auf 460,50 Pence abwärts. Zudem senkte Goldman Sachs die Einstufung für BP von "neutral" auf "Sell". Ein sinkender Kupferpreis übte zusätzlichen Druck aus. Anglo American gehörten mit minus 3,79 Prozent auf 1.141,00 Pence zu den größten Verlierern im STOXX 50. Antofagasta , BHP Billiton und Rio Tinto verloren zwischen knapp einem und mehr als drei Prozent.

Auf der spärlich bestückten Gewinnerliste standen unter anderem die Aktien der Telecom Italia , die sich um 1,29 Prozent auf 0,9835 Euro verteuerten. Goldman Sachs hatte die Titel zuvor von "Neutral" auf "Buy" angehoben. Vodafone Group kletterten 2,93 Prozent auf 126,35 Pence an die Spitze des STOXX 50 . Goldman hob die Titel von "Neutral" auf "Buy" und setzte sie auf die "Conviction Buy List". Das Kursziel wurde gleichzeitig von 168,00 auf 180,00 Pence angehoben. Die Analysten von Morgan Stanley erhöhten ihr Anlageurteil von "Equal-Weight" auf "Overweight" bei einem Kursziel von 175,00 Pence.

UBS gewannen nach der Benennung des früheren Credit Suisse-Managers Ulrich Körner zum Group Chief Operating Officer (Group COO) und CEO des Corporate Centers 1,03 Prozent auf 10,81 Schweizer Franken hinzu. Analysten kommentierten die Neuigkeit wohlwollend: Es sei klar, dass der neue CEO bei der UBS seinen ersten Beobachtungen konkrete Schritte folgen lässt, hieß es etwa bei Vontobel. Renault sicherten sich zudem nach guten Absatzzahlen im März in Frankreich mit Aufschlägen von 3,91 Prozent auf 16,090 Euro einen Platz unter den größten Gewinnern.

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