Marktbericht: Börsen Europa
Europas Börsen klettern weiter

Anleger in Europa hoffen auf positive Impulse vom US-Arbeitsmarkt. Vor Veröffentlichung der aktuellen Daten am Nachmittag legen die europäischen Börsen am Freitag zu. Banken profitieren von der Perspektive, dass in den USA neue Bilanzierungsregeln eingeführt werden. In der Schweiz setzten indes Gerüchte um Julius Bär die Finanzwerte unter Druck.

HB PARIS/LONDON . Der EuroStoxx 50 gewann bis zum späten Vormittag 0,53 Prozent auf 2 305,41 Punkte. Der Londoner FTSE 100 stieg um 0,63 Prozent auf 4 255,74 Zähler und der französische CAC-40-Index legte 0,57 Prozent auf 3 083,79 Zähler zu. Am Vortag waren in den USA bereits die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend stark auf ein 26-Jahreshoch gestiegen, auch die ADP-Daten vom Mittwoch deuteten auf einen deutlichen Beschäftigungsrückgang hin.

Insbesondere die Kursgewinne an den Börsen in Übersee sorgen zuvor bereits für gute Stimmung, sagten Aktienhändler. Hoffnung auf neue Bilanzregeln für US-Banken hatten den Dow Jones Industrial um 1,34 Prozent vorangetrieben - der Future auf den US-Leitindex lag am Morgen 0,58 Prozent über dem Niveau zum Börsenschluss in Europa am Vortag. In Japan schloss der Nikkei-225-Index am Morgen fest. "Den Ausschlag, ob wir die Woche positiv beenden, werden aber die US-Daten geben", sagte ein Händler.

Die Aussicht auf neue Vorgaben für den Banksektor beflügelte Finanzwerte. "Es keimt die Hoffnung auf, dass die Anstrengungen der Politik Erfolg haben", sagte ein Händler. So gewannen unter anderem Royal Bank of Scotland (RBS) 5,91 Prozent auf 23,25 Pence, BNP Paribas legten um 5,05 Prozent auf 29,10 Euro zu. In der Schweiz zählten die Finanzwerte indes zu den größten Verlierern. Julius Bär brachen nach teils enttäuschenden Zahlen um 22,34 Prozent auf 25,80 Franken ein - in der Spitze sackten die Titel mit mehrfachen Handelsunterbrechungen sogar um mehr als 40 Prozent auf 19,74 Franken ab.

Händlern zufolge kursieren am Markt Gerüchte, dass bei der Bank möglicherweise Zahlen geschönt worden sein könnten, um die Boni in die Höhe zu treiben. Ein Brief von leitenden Angestellten mit entsprechenden Aussagen soll an Analysten und die Schweizer Bankenkommission gegangen sein, hieß es am Markt. Bär-Chef Hans de Gier sagte, dass es einen Brief an die Aufsichtsbehörden gegeben habe, der über einen kleinen Vorfall im Handelsgeschäft informiert habe. Der Vorfall im Oktober sei gelöst worden und aus Sicht von de Gier "irrelevant". De Gier erklärte, dass die Gerüchte jeder Grundlage entbehren.

Händler zeigten sich aber darüber hinaus auch von der Entwicklung der Kundenvermögen enttäuscht - sie lag deutlich hinter den Erwartungen. Auch die von Julius Bär auf Gruppen- und Spartenebene neu bis Ende 2011 definierten Ziele liegen teilweise unter den bisherigen Zielsetzungen.

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