Marktbericht
Dax: Die Angst an der Börse nimmt zu

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nach der Bekanntgabe von schwachen US-Arbeitsmarktdaten seine Verluste noch einmal ausgeweitet und ist vorübergehen unter die 6 100-Punkte-Marke gefallen. Letztlich schloss der Dax auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Juli. Börsianer erwarten keine Besserung. Im Gegenteil: Technische Analysten sehen beim deutschen Leitindex bereits die 6 000-Punkte-Marke in Gefahr.

HB FRANKFURT. Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 2,42 Prozent auf 6 127,44 Zähler ins Wochenende und schloss damit auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Juli. Im Wochenverlauf hatte der deutsche Leitindex 4,59 Prozent verloren, am Dienstag war er noch auf 6 553,90 Zähler gestiegen.

Die US-Arbeitslosenzahlen für den vergangenen Monat hätten die Kurse auf Talfahrt geschickt, sagten Aktienhändler. Die Daten seien ein großer Stimmungsdämpfer für den Markt. Die Zahl der Beschäftigten in den USA außerhalb der Landwirtschaft sank im August stärker als von Experten erwartet. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent nach 5,7 Prozent im Vormonat. Ins Auge steche vor allem der starke Anstieg der Arbeitslosenquote, erklärten Volkswirte. "Das ist schon ziemlich massiv", sagte Thomas Amend, Analyst bei HSBC Trinkaus. "Es zeigt, dass die Unternehmen bei den Neueinstellungen vorsichtig sind. Das stimmt nicht gerade euphorisch für die US-Konjunktur."

Bereits im frühen Handel hatte der deutsche Leitindex erneut kräftige Verluste hinnehmen müssen, nachdem der Leitindex schon am Vortag fast drei Prozent auf 6 279 Punkte verloren hatte. Das Börsenbarometer folgte damit den schwachen Vorgaben aus den USA und Asien.

Anleger verkauften vor allem Industrie-, Auto- und Technologieaktien. Schlusslicht im Dax waren die Aktien des Lkw- und Maschinenbaukonzerns MAN mit einem Minus von gut fünf Prozent. Die Papiere von Daimler beendeten den Handel mit einem Minus von 4,2 Prozent. Der Autohersteller hat im August weltweit 12,3 Prozent weniger Pkw seiner Markengruppe Mercedes-Benz-Cars verkauft als ein Jahr zuvor.

Unter Druck waren erneut die Aktien des Chipherstellers Infineon, die 1,4 Prozent verloren. Die Titel waren bereits an den Vortagen von der Schwäche des Technologie-Sektors belastet worden. Am Freitag stürzten die Aktien des weltgrößten Handyherstellers Nokia rund zehn Prozent ab. Der finnische Konzern hatte erklärt, sein Marktanteil könne sinken und die Sparsamkeit der Verbraucher könne den Mobilfunkmarkt noch das gesamte Jahr 2008 beeinträchtigen. An der Wall Street zog dies die Aktien des Chipherstellers Qualcomm um 2,2 Prozent und die Titel des Black-Berry-Herstellers Research In Motion 3,4 Prozent nach unten.

In Frankfurt gaben die Anteilsscheine des Stahl- und Technologie-Konzerns Thyssen-Krupp fünf Prozent nach. Händlern zufolge wurde der Einbruch der Stahlwerte Mitte der Woche durch Preissenkungen von Arcelor-Mttal in Südafrika ausgelöst. Der Weltmarktführer erklärte am Freitag zwar, dies sei ein lokales Phänomen und man sei mit dem Preisniveau für Stahl zufrieden, aber die Aktien des Konzerns gaben 5,7 Prozent nach.

Die Allianz-Titel, die 3,4 Prozent abgaben, wurden Händlern zufolge von Gerüchten über ein angebliches Kaufinteresse des Versicherers an seinem britischen Konkurrenten RSA Insurance belastet. Weder die Allianz noch RSA wollten sich zu dem Gerücht äußern. RSA-Aktien legten an der Börse in London 2,8 Prozent zu und waren damit größter Gewinner im Leitindex "Footsie".

Als einziger Dax-Wert verbuchten die Aktien der Postbank ein deutliches Plus, sie legten um 2,1 Prozent auf 43,22 Euro zu. "Es gibt ein Gerücht, dass die Deutsche Bank für die Postbank 50 Euro bieten will", sagte ein Händler. Marktteilnehmer zeigten sich allerdings skeptisch. "Das ist ein typisches Freitagsgerücht. Ich glaube da nicht dran, nie und nimmer", sagte ein Börsianer.

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