Marktbericht
Dax fällt unter die 5000-Punkte-Marke

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist am Montag unter die erst am Freitag wieder überwundene 5000-Punkte-Marke gedrückt worden. Schuld daran waren in erster Linie Kursverluste der Allianz-Aktien. Der Dax fiel um 0,3 Prozent auf 4989,98 Punkte.

HB FRANKFURT. Auch Unsicherheit vor der Bundestagswahl am Sonntag habe zu den Verkäufen beigetragen, sagten Händler. Allianz verloren 3,3 Prozent auf 105,45 Euro an Wert. Die Platzierung von knapp 21 Millionen Allianz-Aktien, mit denen der Finanzkonzern die vollständige Übernahme seiner italienischen Tochter RAS finanzieren will, verlief Händlern zufolge schleppend.

Am Vormittag hatte der Dax noch mit 5035 Punkten den höchsten Stand seit Mai 2002 erreicht. Neue Umfragen, nach denen Union und FDP keine Mehrheit mehr haben, verstimme die Anleger. Vor allem ausländische Investoren, die sich von einem Regierungswechsel ein rascheres Reformtempo in Deutschland erhofften, gehörten Händlern zufolge zu den Verkäufern.

Nach Aussage von Händlern nahmen die Konsortialbanken bei der Platzierung der Allianz-Aktien die Preisspanne wegen der zunächst nur schleppend verlaufenen Nachfrage zurück. Zum Handelsschluss wurde der Platzierungspreis mit 105 Euro am unteren Ende der Spanne festgelegt. Die Platzierung entspricht einer Kapitalerhöhung um gut 2,2 Milliarden Euro. Investoren befürchten durch die höhere Aktienzahl eine Verwässerung beim Gewinn je Aktie. Insgesamt begrüßten Analysten aber die Beschlüsse der Allianz, die zudem als erster deutscher Großkonzern in eine „Europa AG“ umgewandelt werden soll.

Zu den größten Verlierern zählten zudem die Aktien von TUI mit einem Kursverlust von 1,5 Prozent. Händler verwiesen auf den Bezugsrechtehandel, der noch bis Dienstag möglich ist. TUI soll einem Magazinbericht zufolge ins Visier von Hedgefonds geraten sei, die auf einen Kursverfall der Aktie gesetzt hätten.

Zu den größten Gewinnern zählten SAP, die mit einem Kursplus von gut einem Prozent auf die Übernahme von Siebel durch den Wettbewerber Oracle reagierten. Händler und Analysten erwarteten zugunsten des deutschen Softwarekonzerns kurzfristig sinkende Marktanteile von Oracle. Charttechnische Faktoren hievten Händlern zufolge die BASF-Aktien um gut ein Prozent auf 60,75 Euro. Die Entscheidung des Personalausschusses der Deutschen Börse, dem Aufsichtsrat Reto Francioni als neuen Vorstandschef vorzuschlagen, stützte laut Händlern den Kurs, der um knapp ein Prozent auf 77,61 Euro stieg, obwohl die Meinungen der Börsianer über den neuen Börsenchef durchaus auseinander gingen.

Die Aktien der Autohersteller- und Zulieferer VW, DaimlerChrysler, Continental und MAN konnten nur zeitweise vom Beginn der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt profitieren. Mit dem Dax bröckelten die Kurse im Tagesverlauf wieder ab.

Die Ankündigung höherer Stahlpreisen stützte die im MDax gelisteten Aktien von Salzgitter, die um 4,5 Prozent zulegten. Dagegen profitierten ThyssenKrupp, die ebenfalls eine Stahlpreiserhöhung ankündigten, nicht davon, sondern gaben etwas im Trend 0,4 Prozent nach.

Auf der Verliererseite im MDax standen die Aktien von Hannover Rück mit einem Verlust von zwei Prozent. Der weltweit viertgrößte Rückversicherer hatte für den Fall einer höheren Schadensbelastung durch „Katrina“ eine weitere Prognosesenkung nicht ausgeschlossen. Zudem verdoppelte der Schweizer Konkurrent Swiss Re die eigene Schadensbelastung durch „Katrina“.

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