Marktbericht
Dax im Plus, MAN-Aktie fällt tief

Die Bilanzsaison erreicht einen neuen Höhepunkt. Daimler, Bayer, BASF und dutzende weitere Unternehmen legten heute ihre Zahlen vor. Euphorie kommt bei den Anlegern aber nicht auf. Der Dax kann zwar ein wenig zulegen. Einige Papiere verlieren aber deutlich.
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HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die heiße Phase der Berichtssaison hat dem Dax am Donnerstag kaum Auftrieb geben können. Der Leitindex schloss 0,4 Prozent fester bei 6595 Punkten. Gewinnmitnahmen bremsten laut Händlern den Anstieg. Zudem übten sich viele Anleger vor einer Entscheidung der US-Notenbank Fed über eine weitere Geldspritze in Geduld. In den USA schraubten die Investoren inzwischen ihre Erwartungen zurück, was den Umfang der zusätzlichen Konjunkturstützen angeht. Die US-Börsen lagen zu Handelsschluss in Europa im Minus. Belastend wirkten auch gemischt ausgefallene Bilanzzahlen.

"Die Anleger bleiben auf der Hut und viele wollen einfach abwarten, wie die US-Notenbank nächste Woche entscheidet", sagte ein Börsianer. Bis dahin dürfte der Dax in seiner Spanne von 6550 bis 6650 Punkten verharren. Die Fed berät am kommenden Mittwoch turnusgemäß über die Geldpolitik. Analysten rechnen mit einem neuen Anleihen-Kaufprogramm, das der schwächelnden US-Konjunktur unter die Arme greifen soll.

"In den zwei vergangenen Tage haben wir eine kleine Konsolidierung auf hohem Niveau gesehen", sagte Händler Michael Winkler von der Postbank. Nun würden wieder neue Käufer angelockt. Für positive Impulse sorgten nach Meinung von Analystin Stella Gabler von IG Markets zudem Daten vom US-Arbeitsmarkt. Hier war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend deutlich gesunken.

Im Mittelpunkt standen vor allem Unternehmensmeldungen. Im Falle der Lufthansa wurden die Aktien von Expertenlob und Aussagen zur Dividende gestützt. Die Titel verbuchten einen Aufschlag von 0,84 Prozent auf 15,560 Euro. Analysten waren zudem voll des Lobes bezüglich der am Vortag vorgestellten Eckdaten und sprachen von einer "sensationellen Entwicklung" sowie "brillanten Zahlen". Zudem dürfen sich die Aktionäre in diesem Jahr wieder auf eine Dividende freuen. Ganz vorne im Dax lagen mit einem Aufschlag von 3,06 Prozent auf 10,440 Euro die Titel der Deutschen Telekom. Ihnen kamen überzeugende Zahlen des Konkurrenten France Telecom zugute.

Trotz guter Zahlen unterdurchschnittlich entwickelten sich BASF - Titel, die sich lediglich um 0,29 Prozent auf 52,370 Euro verteuerten. Daimler-Papiere verloren sogar 1,34 Prozent auf 46,980 Euro, obwohl der Autobauer einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis verbucht hatte. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.

Ähnlich erging es den Aktien der Deutschen Börse, die 1,29 Prozent auf 50,64 Euro verloren. Der Marktbetreiber hatte jedoch auch vor weiteren Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Kauf der US- Optionsbörse ISE gewarnt. Auch Bayer-Aktien konnten über den Erwartungen liegende Ergebnisse nicht zu einem Plus verhelfen, sie sanken um 1,64 Prozent auf 53,980 Euro. Dax-Schlusslicht waren mit minus 2,37 Prozent auf 79,18 Euro die Aktien des Nutzfahrzeug- und Motorenherstellers MAN trotz starker Zahlen. Börsianer begründeten das damit, dass Anleger einen besseren Ausblick erwartet hätten.

Im MDax lagen die Aktien von Sky Deutschland unangefochten an der Spitze mit einem Aufschlag von 4,78 Prozent auf 1,053 Euro. Am Markt hieß es, es werde über eine Zusammenarbeit mit Kabel Deutschland und eine komplette Übernahme durch Rupert Murdoch spekuliert.

Der EuroStoxx50 gewann 0,57 Prozent auf 2845,53 Punkte, auch der Cac 40 in Paris und der FTSE 100 in London schlossen moderat im Plus. Der US-Leitindex Dow Jones notierte dagegen zum Zeitpunkt des europäischen Handelsschlusses im Minus.

Am Rentenmarkt lag die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere unverändert bei 2,29 Prozent. Der Rentenindex Rex sank minimal um 0,01 Prozent auf 126,75 Punkte. Der Bund Future gewann 0,02 Prozent auf 128,82 Punkte. Der Euro stieg über die Marke von 1,39 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,3935 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3857 (Vortag: 1,3803) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7217 (0,7245) Euro.

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