Marktbericht
Dax legt schwachen Schluss hin

Die Angst vor weiter steigenden Zinsen haben den Dax am Donnerstag erneut auf Talfahrt geschickt. Die Abwärtstendenz an den US-Börsen beschleunigte die Verluste am Nachmittag.

HB FRANKFURT. Der Dax rutschte bei hohen Umsätzen um 2,9 Prozent auf 5383 Punkte. Der VDax, der die Nervosität der Anleger widerspiegelt, markierte den höchsten Stand seit zwei Jahren.

„Der Markt ist angespannt und nervös. Zins- und Inflationsängste belasten, dazu kommt die Sorge um die Konjunkturentwicklung und zwischendurch steigt auch mal der Ölpreis“, sagte ein Händler. „Der Markt wird weiter schwanken.“

Am Nachmittag erhöhte die EZB den Leitzins in der Euro-Zone um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent. Mit der Erhöhung des Leitzinses will die Europäische Zentralbank (EZB) Gefahren für die Preisstabilität entgegenwirken. Auch der Chef der US-Notenbank (Fed), Ben Bernanke, hatte kürzlich vor steigenden Inflationsrisiken gewarnt, was von Anlegern als Signal für einen weiteren Zinsschritt in der weltgrößten Volkswirtschaft Ende Juni gewertet wurde.

Die Anleger verkauften erneut vor allem Aktien, die besonders abhängig von der Konjunkturentwicklung sind, wie etwa die Papiere von MAN und Thyssen-Krupp, die 7,5 Prozent und 6,2 Prozent nachgaben. „Heute werden alle Aktien verkauft, bei denen die Anleger noch irgendwelche Gewinne in den Büchern stehen haben“, begründete ein anderer Händler den Abschlag. Die Aktien von MAN haben in den vergangenen vier Wochen rund ein Viertel ihres Wertes verloren.

Die Papiere der Deutschen Börse gaben 2,3 Prozent auf 97,20 Euro nach. Im hartnäckigen Kampf um die Mehrländerbörse Euronext unterstützte ein Vertreter des deutschen Finanzministeriums den deutschen Marktbetreiber, indem er von der Notwendigkeit starker europäischer Börsen sprach.

Börsenchef Reto Francioni hatte in einem Interview mit der französischen Wirtschaftszeitung „Les Echos“ angedeutet, für eine Fusion mit der Euronext womöglich zu weitergehenden Zugeständnissen bereit zu sein. Die Euronext hat bislang alle Offerten der Frankfurter ausgeschlagen und will mit der New York Stock Exchange fusionieren.

Im Nebenwerteindex MDax trennten sich Investoren in großem Umfang von ihren Vivacon-Aktien, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass der Börsengang der neu gegründeten Wohnimmobiliengesellschaft Vivacon German Properties Plc wohl weniger einbringen werde als ursprünglich geplant. Vivacon-Titel büßten 20 Prozent ein.

Die Aktien von Karstadt-Quelle gaben acht Prozent nach. Der Handelskonzern beliefert seine 2005 verkauften kleineren Warenhäuser künftig nicht mehr mit seinen Eigenmarken. Gegen den Markttrend gefragt waren die Papiere von Premiere, die in der Spitze um 2,4 Prozent zulegten und die sich mit einem Plus von 0,3 Prozent aus dem Handel retteten. „Premiere will angeblich neue Partnerschaften mit Kabelfirmen suchen, vielleicht hilft das der Aktie“, sagte ein Händler.

Arena, eine Tochter der Kabelgesellschaft Unity Media, hatte den Bezahlfernseh-Sender beim Bieterwettstreit um die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga ausgestochen.

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