Marktbericht
Dax macht anfängliche Verluste fast wieder wett

Die deutschen Standardwerte haben am Mittwoch ihre anfänglichen Kursverluste fast wieder wettgemacht. Zuvor war der Ölpreis in den USA wieder unter 66 Dollar pro Barrel (159 Liter) gefallen.

HB FRANKFURT. Der Dax ging mit minus 0,04 Prozent auf 4 915,95 Zählern nahezu unverändert zum Vortagesschluss aus dem Handel. Der MDax verlor 0,05 Prozent auf 6 753,53 Punkte, der TecDax 0,02 Prozent auf 582,05 Punkte.

Ein Händler sagte: „Wir haben in vier Monaten rund 20 Prozent zugelegt. Das passiert nicht oft.“ Jetzt nähmen die Anleger erst einmal Gewinne mit.

Für Analystin Elga Bartsch von der US-Investmentbank Morgan Stanley steht das starke Abschneiden des deutschen Aktienmarkts in den letzten Monaten im Konflikt zum Nullwachstum der deutschen Volkswirtschaft. „Der Aktienmarkt übertrifft sich, die Wirtschaftsentwicklung aber nicht“, schreibt sie in einer aktuellen Länderstudie über Deutschland.

Die größten Kursverluste im Dax verzeichneten die Aktien der Deutschen Post, die sich um 2,23 Prozent auf 20,65 Euro verbilligten. Händler verwiesen auf Spekulationen über eine bevorstehende Portosenkung, die Herunterstufung der Aktie durch die Schweizer Großbank UBS und die Anlegerkonferenz zum US-Geschäft von DHL vom Vortag.

Aktien von Stahlherstellern gerieten europaweit unter Druck, nachdem die Zeitung „Shanghai Daily“ unter Berufung auf Branchenkreise von bevorstehenden Preissenkungen bei Chinas größtem Stahlkocher Baosteel berichtet hatte. ThyssenKrupp-Aktien verloren 1,51 Prozent auf 15,68 Euro, Salzgitter gaben 0,85 Prozent auf 29,20 Euro nach. „Damit wird das von den europäischen Stahlherstellern gezeichnete, sich verbessernde Szenario in Frage gestellt“, sagte HVB-Analyst Christian Obst. Diese hatten einen Anstieg der Stahlpreise im vierten Quartal für möglich gehalten.

Die VW-Aktie gab nach einer Analystenkonferenz in London um 1,30 Prozent auf 43,93 Euro nach. „Neuigkeiten hat es eigentlich keine gegeben“, sagte ein Analyst. Die nach der Konferenz einsetzenden Kursverluste begründete er mit der „sehr hohen Erwartungshaltung der britischen Investoren“.

Zu den wenigen Gewinnern zählten die Aktien der Commerzbank, die sich um 1,73 Prozent auf 21,78 Euro verteuerten. Ein Sprecher der Bank hatte der „Financial Times Deutschland“ den Kauf mehrerer Pakete von jeweils bis zu zwei Prozent durch Hedge Fonds bestätigt. Fresenius Medical Care (FMC) gewannen als stärkster DAX-Wert 2,75 Prozent auf 72,09 Euro. Die außerordentliche Hauptversammlung der Renal Care Group in den USA hatte der Übernahme durch FMC für 48 Dollar je Aktie zugestimmt.

In der zweiten Reihe verbilligten sich MLP-Aktien nach Bekanntgabe der endgültigen Geschäftszahlen des zweiten Quartals um 1,54 Prozent auf 15,95 Euro. „Das meiste war ja schon bekannt“, stellte ein Händler fest. Ein weiterer Marktteilnehmer sagte: „Die branchenweit zu beobachtende Zurückhaltung beim Abschluss von Neuverträgen war auch in den Zahlen von MLP zu sehen.“

Die im EuroStoxx50 enthaltenen europäischen Standardwerte verloren 0,15 Prozent auf 3.294,25 Punkte. An der Wall Street stieg der Dow Jones Industrial Average um 0,06 Prozent auf 10525,15 Punkte. Der technologielastige NASDAQ Composite stieg um 0,49 Prozent auf 2147,74 Punkte.

Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere verharrte auf 2,98 Prozent. Der Rentenindex REX stand bei 122,68 Punkten. Der Bund Future notierte 0,02 Prozent schwächer bei 123,22 Zählern. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro am Mittwoch auf 1,2211 (Dienstag: 1,2233) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8189 (0,8175) Euro.

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