Marktbericht
Dax schließt gut behauptet

Trotz anfänglicher Kursverluste an der Wall Street haben sich die deutschen Standardwerte am Donnerstag gut behauptet. Der DAX stieg um 0,27 Prozent auf 4842,94 Punkte. Der MDAX legte 0,90 Prozent auf 6815,42 Punkte zu. Der TecDAX kletterte 0,87 Prozent auf 586,47 Punkte.

HB FRANKFURT. Wichtigstes Thema am Markt waren die Expansionspläne der Deutschen Post. Nach Bekanntwerden erster Gespräche mit dem britischen Logistikunternehmen Exel über eine mögliche Übernahme gab die Post - Aktie um 3,86 Prozent auf 19,65 Euro nach und verzeichnete damit die größten Kursverluste im DAX. Im Handel wurde über die Kosten einer Akquisition spekuliert. "Das kann die Deutsche Post nicht aus der Kaffeekasse bezahlen", sagte Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz. "Unter Umständen könnte dafür eine Kapitalerhöhung nötig sein."

Die Aktien der Tochter Postbank setzten sich dagegen mit plus 3,53 Prozent auf 46,04 Euro an die Spitze des MDAX. Händlern zufolge wird darauf spekuliert, dass die Post die Postbank verkaufen könnte, um eine EXEL-Übernahme zu finanzieren. Traditionell werde hier unter anderem auf die Deutsche Bank als möglichen Kaufinteressenten gesetzt.

Auch andere Werte profitierten von Übernahmespekulationen. Die E.ON-Aktie kletterte nach dem Gerücht, der Versorger sei an Scottish Power interessiert, um 1,28 Prozent auf 78,34 Euro. Ein Analyst bezweifelte, dass ein deutsches Unternehmen die Nummer 1 auf dem britischen Markt werden darf. "Zudem wäre es ein defensiver Schritt, für viel Geld ein bisschen Marktmacht in einem gesättigten Markt zu kaufen", sagte der Analyst. "Ich würde mein Geld anders ausgeben."

BASF-Aktien gaben zeitweise Gewinne ab, nachdem es am Markt hieß, der Chemiekonzern könnte ein Angebot für den US-Konkurrenten Lyondell Chemical abgeben. Der Titel ging schließlich mit plus 1,43 Prozent auf 57,60 Euro aus den Handel. Lyondell waren in New York zeitweise vom Handel ausgesetzt. BASF wollte das Gerücht nicht kommentieren.

In der zweiten Reihe stiegen die Papiere von Salzgitter um 3,22 Prozent auf 31,12 Euro. Dabei wurde auf ein Angebot des Stahlkonzerns Corus für das Unternehmen gesetzt. "Das halte ich für Blödsinn", kommentierte HVB-Analyst Christin Obst. "Corus hat genügend damit zu tun, die Qualität zu verbessern und die Kosten zu senken. Das Management konzentriert sich auf die internen Probleme und nicht auf mögliche Übernahmen." Ein Marktteilnehmer verwies darauf, dass das Land Niedersachsen bis 2010 über eine Sperrminorität verfügt.

Im TecDAX setzten sich Solarwerte an die Spitze. Conergy-Aktien verteuerten sich um 4,14 Prozent auf 83,95 Euro. SolarWorld kletterten um 5,62 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 94,00 Euro. Die Papiere des Aufstiegskandidaten Solon notierten mit plus 2,94 Prozent auf 32,53 Euro. "Es liegt doch auf der Hand: Je teurer das Öl wird, desto rentabler wird eines Tages die Solarenergie", sagte ein Händler. Solon hatte zuvor den Abschluss eines Lieferabkommens mit der Erfurter ErSol Solar Energy AG mit einem Vertragsvolumen von 350 Millionen Euro bis zum Jahr 2015 bekannt gegeben.

Die im EuroStoxx50 enthaltenen europäischen Standardwerte gingen mit plus 0,57 Prozent auf 3282,29 Punkten aus dem Handel. An der Wall Street legte der Dow Jones Industrial Average nach zwischenzeitlichen Verlusten um 0,27 Prozent auf 10509,71 Punkte zu. Der NASDAQ Composite stieg um 0,03 Prozent auf 2152,76 Punkte.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,92 (Vortag: 2,94) Prozent. Der Rentenindex REX legte um 0,15 Prozent auf 123,08 Punkte zu. Der Bund Future stieg um 0,35 Prozent auf 124,30 Zähler. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2388 (Mittwoch: 1,2198) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8072 (0,8198) Euro.

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