Marktbericht
Euro vor Bernanke-Rede stabil

Mit der Anhörung des US-Notenbankchefs im Kongress und dem Zinsentscheid der Bank of Japan stehen wichtige Termine an. Doch nach einem ruhigen Start im Frühhandel zeigt sich der Euro auch an der Börse in Frankfurt stabil
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Frankfurt/ TokioNachlassende Spekulationen auf eine baldige Straffung der US-Geldpolitik haben den Dollar am Mittwoch etwas geschwächt. Zum Euro gab die US-Währung um 0,2 Prozent nach, so dass die Gemeinschaftswährung bei 1,2930 Dollar gehandelt wurde. Zu einem Korb aus sechs Währungen verlor der Dollar 0,15 Prozent. Die Nachfrage nach den als sicher geltenden Bundesanleihen zog an; der richtungsweisende Bund-Future stieg um 34 Ticks auf 144,67 Zähler.

Im Fokus der Investoren steht eine Anhörung von Fed-Chef Ben Bernanke vor dem US-Kongress am Nachmittag um 16 Uhr. Zudem wird das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung veröffentlicht. Anleger erhoffen sich neue Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der weltgrößten Volkswirtschaft.

In den vergangenen Tagen hatte der Präsident der Notenbank von San Francisco, John Williams, Spekulationen über einen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik angeheizt. Er hatte darüber gesprochen, dass die massiven Anleihekäufe der Zentralbank möglicherweise noch in diesem Jahr zurückgefahren werden könnten. Doch der Fed-Chef von St. Louis, James Bullard, und der Präsident der New Yorker Notenbank, William Dudley, nahmen diesen Spekulationen am Dienstag Wind aus den Segeln.

Die Fed solle nach Ansicht von Bullard weiterhin Anleihen erwerben, jedoch die Geschwindigkeit der Käufe den neusten Konjunkturdaten anpassen. Dudley machte das weitere Vorgehen der Notenbank davon abhängig, wie die US-Wirtschaft auf Sparmaßnahmen der Regierung und Steuererhöhungen reagiert. Investoren interpretierten die Äußerungen als ein Signal, dass das laufende Anleihen-Kaufprogramm nicht vorzeitig verringert wird.

Der Euro zeigte sich den gesamten am Mittwoch vor der mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke stabil. Zur Börsenöffnung in Frankfurt kostete die Gemeinschaftswährung 1,2910 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Ein Dollar war 0,7745 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagmittag auf 1,2866 (Montag: 1,2853) Dollar festgesetzt.

Da die Investoren bisher darauf vertrauen, dass die Fed ihre lockere Geldpolitik und ihre Strategie der massiven Anleihenkäufe beibehält, standen die Kurse im frühen Devisenhandel in Fernost schon recht hoch, auch der Euro hatte am Morgen zugelegt. Die Gemeinschaftswährung war für 1,2924 Dollar zu haben nach 1,2904 Dollar im späten Handel in New York.

Es wird auch erwartet, dass Japans Zentralbank an ihrer lockeren Geldpolitik festhält. Zum Yen hielt sich der Greenback nahezu unverändert um 102,50 Yen. Er gab damit gegenüber dem Frühhandelskurs nur leicht nach – ein Dollar war damals 102,58 Yen wert, während der Euro bei 132,55 Yen rangierte. Ein Euro wurde zudem zu 1,2528 Schweizer Franken, ein Dollar zu 0,9694 Franken getauscht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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