Marktbericht Europa
Nervosität wegen Japan bringt erneut Verluste

Angesichts des drohenden atomaren Super-Gaus in Japan haben die europäischen Aktienmärkte auch am Mittwoch wieder mit deutlichen Verlusten geschlossen. Zusätzlich drückte EU-Energiekommissar Oettinger auf die Stimmung.
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London/ParisNach einem positiven Handelsstart begab sich der Eurostoxx 50 wieder auf Talfahrt und rutschte am Ende um deutliche 2,26 Prozent auf 2.721,24 Punkte ab. Damit baute der europäische Leitindex seine Verlustserie auf mittlerweile schon sechs Handelstage im Minus aus. Der Cac 40 sank in Paris um 2,23 Prozent auf 3.696,56 Punkte und der Ftse 100 in London verlor 1,70 Prozent auf 5.598,23 Punkte.

Laut Händlern setzte sich nach einem wechselhaften Handelsverlauf auch am Mittwoch wieder die Nervosität am Aktienmarkt durch. Öl ins Feuer goss am Nachmittag EU-Energiekommissar Günther Oettinger, der vor Europaparlamentariern in Brüssel davor gewarnt hatte, dass sich "in den nächsten Stunden weitere katastrophale Entwicklungen" ergeben können. Des weiteren habe aber auch eine Abstufung der Kreditwürdigkeit Portugals durch die Ratingagentur Moody"s auf die Stimmung gedrückt.

Am Ende vom Eurostoxx 50 versammelten sich nach der Moody"s-Abstufung vor allem Bankenwerte. Papiere von Intesa Sanpaolo rutschten um 5,39 Prozent auf 2,14 Euro ab. Börsianer verwiesen bei der italienischen Bank auch darauf, dass diese bei der Zahlenvorlage am Vortag ihre Aussagen zu den voraussichtlichen Auswirkungen der Basel-III-Regeln auf die Kernkapitalquote (Tier 1) revidiert habe. Intesa gehe nun von einer stärkeren Auswirkung als bislang aus. Aktien des Konkurrenten Unicredit fielen um 4,08 Prozent auf 1,714 Euro und auch die Titel der spanischen Großbank Bbva büßten 3,98 Prozent auf 8,536 Euro ein.

Zulegen konnten dagegen die Aktien des französischen Atomkonzerns Areva, die in Paris 2,07 Prozent höher bei 29,40 Euro aus dem Handel gingen. Die Papiere hatten zuletzt im Zuge der Atomkatastrophe in Japan und der entbrannten Debatte um die Sicherheit der Kernkraft zu den größten Verlierern gezählt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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