Marktbericht Europabörsen
Ölpreis drückt die Kurse

Belastet von neuen Rekordständen bei den Ölpreisen sind die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Freitag mit Verlusten in das Wochenende gegangen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Belastet von neuen Rekordständen bei den Ölpreisen sind die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Freitag mit Verlusten in das Wochenende gegangen. Zudem habe der höher als erwartete Verlust des weltgrößten Versicherers American International Group (AIG) für Abgabedruck gesorgt, sagten Börsianer.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 verlor 1,41 Prozent auf 3 801,59 Zähler. Im Wochenvergleich war das ein Minus von 1,96 Prozent. Der Stoxx 50 , der auch schweizerische und britische Werte umfasst, büßte 1,44 Prozent auf 3 228,33 Zähler ein. Der Euronext 100 fiel um 1,28 Prozent auf 887,93 Punkte. In Paris ging der CAC 40 um 1,88 Prozent auf 4 960,56 Punkte zurück. Der britische Ftse 100 büßte 1,05 Prozent auf 6 204,70 Punkte ein.

Europaweit kamen Finanzwerte unter Druck, nachdem AIG einen Rekordverlust ausgewiesen hatte und sich nun eine dringend benötigte Finanzspritze von 12,5 Mrd. Dollar beschaffen will. Societe Generale gaben beispielsweise 2,04 Prozent auf 72,60 Euro ab, für ING Groep ging es um 1,55 Prozent auf 24,38 Euro nach unten. Auch in London kamen besonders Versicherer unter Druck - so rutschten die Titel von Old Mutual um 3,37 Prozent auf 120,60 Pence und für die Royal & Sun Alliance Insurance Group ging es um 3,13 Prozent auf 139,40 Pence nach unten.

Sanofi-Aventis verloren am Eurostoxx-Ende 5,85 Prozent auf 47,50 Euro. Händler verwiesen auf Nachrichten, dass der schweizerische Konkurrent Schweizerhall kurz vor der Zulassung zu einer Generikaversion des Blutverdünners Plavix von Sanofi steht. An der Spitze des Leitindex indes gewannen die Papiere von Telecom Italia 1,83 Prozent auf 1,3 350 Euro. Die Telefongesellschaft hatte zwar im ersten Quartal wegen des darbenden operativen Geschäfts und hoher Kosten einen Gewinneinbruch erlitten. Telecom Italia bekräftigte aber die Prognose für das laufende Jahr. Pirelli-Titel notierten nach Quartalszahlen mit einem Minus von 0,02 Prozent auf 0,5 540 Euro nahezu unverändert und schlugen sich damit besser als der Gesamtmarkt. Der Reifenkonzern hatte beim Gewinn vor Zinsen und Steuern im ersten Quartal die durchschnittlichen Analystenerwartungen übertroffen.

In London fielen die Aktien von Kazakhmys um 3,03 Prozent auf 1 780 Pence. Das vor allem in Kasachstan tätige britische Bergbauunternehmen hat ein Übernahmegebot des Konkurrenten Enrc (Eurasian Natural Resources Corporation) abgelehnt. Entsprechende Übernahmegerüchte hatten dem Kurs von Kazakhmys am Vortag um über sechs Prozent anspringen lassen. Mit insgesamt 1,55 Pence je Aktie liege die Offerte deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs, unterstrich Kazakhmys.

Papiere von Carphone Warehouse verloren am "Footsie"-Ende 7,27 Prozent auf 268,00 Pence und litten damit Händlern zufolge weiterhin unter der Meldung vom Donnerstag, dass der führende US-Elektronik-Einzelhändler Best Buy sich an dem Vertriebsnetz der britischen Mobilfunkkette beteiligen will. Der Schritt löse nicht das Problem von Carphone, dass die liquiden Mittel zu lange im Unternehmen verblieben, kritisierten die Analysten von Citigroup und bestätigten ihre "Sell"-Einschätzung. Aktien von Best Buy gewannen zuletzt in New York 0,36 Prozent auf 42,20 Dollar

Schließlich hielten sich Ahold nach Zahlen mit 1,40 Prozent auf 9,76 Euro im Plus. Der niederländische Einzelhändler hatte im ersten Quartal währungsbereinigt die Analystenschätzungen übertroffen. Unbereinigt verzeichnete das Unternehmen allerdings wegen des schwachen US-Dollars einen Umsatzrückgang.

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