Marktbericht: Europäische Aktienmärkte
Europa-Börsen auf Talfahrt

Nach dem deutlichen Vortagsplus haben die europäischen Börsen am Donnerstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt und ihre Anfangsverluste ausgeweitet. Belastend wirkte laut Händlern neben der leicht schwächer erwarteten Wall Street, dass in China das Konjunkturprogramm nicht weiter aufgestockt wird.

HB PARIS/LONDON. "Am Mittwoch hat der Markt aufgrund des gestiegenen chinesischen Einkaufsmanager-Index eine Rally hingelegt - es war klar, dass das keine zwei Tage halten würde", sagte Stratege Bernard McAlinden bei NCB Stockbrokers. Es gebe keine "offensichtlichen Gründe", warum die Indizes die kommenden Tage steigen sollten. Die Anleger könnten bei den US-Arbeitsmarktdaten an diesem Freitag bestenfalls auf eine Stabilisierung hoffen. Außerdem gebe es große Zweifel, ob die Maßnahmen der US-Regierung Wirkung zeigen werden.

Der EuroSTOXX 50 verlor bis zum Mittag 1,90 Prozent auf 1 906,51 Punkte. In London gab der FTSE 100 um 1,53 Prozent auf 3 590,04 Zähler nach. Der Pariser CAC-40-Index fiel um 1,44 Prozent auf 2 637,13 Punkte. In den Fokus rücken am späten Mittag die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England (BoE). Beide werden Experten zufolge die Leitzinsen senken. Daneben stehen am Nachmittag US-Konjunkturdaten auf der Agenda.

Für GDF Suez ging es an der EuroSTOXX-Spitze um 3,70 Prozent auf 24,410 Euro hoch. Der französische Energiekonzern schraubte zwar seine Gewinnziele wegen der Wirtschaftskrise zurück, will aber seinen Sparkurs beschleunigen und bestätigte den Fokus auf ein organisches Wachstum. Für 2008 stand unter dem Strich ein Gewinnplus von 13 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro. Analyst Patrice Lambert de Diesbach von CM CIC Securities nannte die Zahlen enttäuschend.

An der Londoner Börse stürzten Aviva nach Anfangsgewinnen um 22,54 Prozent auf 220,75 Pence ab. Der britische Lebensversicherer will zwar nach einem überraschend hohen operativen Gewinnplus im Krisenjahr 2008 seine Dividende stabil halten und trat anders lautenden Spekulationen entgegen. Die Aussage habe allerdings Sorgen um die Kapitalstärke des Unternehmens neu belebt, sagten Analysten. "Die Anleger befürchten, dass Aviva es sich nicht leisten kann, die versprochene Dividende zu zahlen", äußerte MF-Global-Analyst Peter Eliot. EasyJet gaben um 4,26 Prozent auf 297,50 Pence nach. Die Billigfluglinie beförderte im Februar bei steigender Auslastung weniger Passagiere als im Vorjahr.

AB InBev gewannen trotz eines Gewinnrückgangs 2,83 Prozent auf 20,00 Euro. Der weltgrößte Brauereikonzern verdiente im vergangenen Jahr wegen der Übernahme des amerikanischen Budweiser-Herstellers Anheuser Busch weniger als im Vorjahr. Allerdings übertrafen die Zahlen dennoch die Erwartungen. Der frisch fusionierte Konzern hob zudem sein Ziel für die Synergien aus dem Kauf an und will den Investitionsaufwand senken - beides fand den Beifall von Analyst Trevor Stirling von Sanford Bernstein: "Diese Ziele sind besser als erwartet und die Zahlen sehen ordentlich aus."

Dagegen litten Enel etwas unter Kreise-Meldungen, denen zufolge der italienische Versorger an einer sieben Mrd. Euro schweren Kapitalerhöhung arbeitet, und verloren 0,54 Prozent auf 3,6575 Euro. Den Kreisen zufolge will der italienische Staat auch seine Beteiligung an dem Unternehmen erhöhen. Positive Nachrichten gab es zu Fiat : Nach Aussage des Kraftfahrzeug-Importeurverbands Unione Nazionale Rappresentanti Autoveicoli Esteri (UNRAE) könnte der Autobauer 2009 mehr als die prognostizierte 1,6 bis 1,7 Mio. Autos verkaufen, da Anreize zum Kauf schadstoffarmer Fahrzeuge einsetzten. Die Aktie verlor leicht unterdurchschnittliche 1,45 Prozent auf 4,0900 Euro.

In Stockholm ging es für Volvo um moderate 0,79 Prozent auf 37,70 schwedische Kronen nach unten. Die Finanzierung des schwedischen Autobauers ist laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) vorerst gesichert. "Die schwedische Regierung setzt sich derzeit bei der Europäischen Investitionsbank für einen Kredit für uns ein", sagte Volvo-Chef Stephen Odell dem Blatt. Das zum Ford-Konzern gehörende Unternehmen hatte zuvor von der schwedischen Regierung eine Bürgschaft über knapp 450 Mio. Euro zugesagt bekommen. Bei der General-Motors-Tochtergesellschaft Saab wurde dieselbe Bitte abgelehnt. Basis für beide Entscheidungen waren die Geschäftspläne der Unternehmen.

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