Marktbericht: Europäische Börsen
Eurostoxx im Aufschwung

Die europäischen Börsen haben den Lehman-Schock beinahe verkraftet: Der Eurostoxx liegt nach leichten Gewinnen heute nur noch knapp 13 Prozent unter dem Wert vor einem Jahr. Im Fokus der Anleger standen heute vor allem Finanztitel.

Die europäischen Börsen haben am Dienstag weiter zugelegt. Der Eurostoxx 50 markierte am Jahrestag der Lehman-Pleite ein neues Verlaufshoch und schloss auf dem höchsten Stand seit dem 7. Oktober 2008. Damit steht der europäische Leitindex nur noch 13 Prozent unter seinem Vor-Lehman-Niveau. Börsianer begründeten die anhaltend freundliche Tendenz mit gut aufgenommenen Konjunkturdaten aus den USA, die auch der Wall Street einen positiven Impuls gegeben hätten. David Jones, Marktstratege bei IG Index, sagte: "Nach einem ruhigen Start in den Tag haben am Nachmittag die überraschend guten US-Einzelhandelsdaten die Stimmung verbessert."

Der Eurostoxx 50 legte schließlich 0,49 Prozent auf 2 843 Punkte zu und schloss nahe seinem Tageshoch bei fast 2 852 Zählern. Der Pariser CAC-40-Index stieg um 0,58 Prozent auf 3 752 Punkte. In London gewann der FTSE 100 0,46 Prozent auf 5 042 Zähler.

Finanztitel präsentierten sich uneinheitlich und zeigten sich unbeeindruckt vom Jahrestag der Lehman-Pleite. Fortis , die am Vortag noch die "Rote Laterne" im europäischen Leitindex hochgehalten hatten, gingen mit plus 3,00 Prozent auf 3,05 Euro an der Spitze des Aktienbarometers aus dem Handel. ING Groep sackten dagegen am Indexende um 2,61 Prozent auf 10,63 Euro ab. Händlern zufolge hat die EU-Kommission ihre Untersuchungen wegen der Staatshilfen für den niederländischen Finanzkonzern ausgeweitet. Demnach soll die Regierung zu viel Hilfe an ING bezahlt und das Institut ungerechtfertig bevorzugt haben. In Paris legten Aktien der Societe Generale 1,09 Prozent auf 50,14 Euro zu, während Credit Agricole 0,08 Prozent auf 12,57 Euro verloren.

Electricite de France (EdF) gewannen nach einem Zeitungsbericht an der Spitze des CAC-40-Index 6,72 Prozent auf 40,20 Euro. Der französische Energiekonzern könnte sich mit zehn Prozent an der South-Stream-Pipeline des russischen Konkurrenten Gazprom beteiligen, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" unter Berufung auf Branchenkreise.

Papiere von Air France-KLM legten ebenfalls wegen Übernahmegerüchten 1,00 Prozent auf 11,63 Euro zu. Die französisch-niederl ändische Fluggesellschaft führe Gespräche über einen Einstieg bei Japan Airlines (JAL) , hieß es aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. Bereits am Vortag hatte es ähnlich lautende Medienberichte gegeben. Air France-KLM würde damit neben Delta Air Lines und der AMR-Tochter American Airlines als weiterer Interessent in den Ring treten.

Im Autosektor bescherten positive Aussagen aus dem Management den Michelin-Titeln ein Kursplus von 2,85 Prozent auf 56,60 Euro. Die Produktionskapazitäten des französischen Reifenherstellers reichten nicht aus, um die Nachfrage in Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien zu befriedigen, zitiert die Zeitung "La Tribune" Michel Rollier aus der Geschäftsführung. Dagegen ließen rückläufige Absatzzahlen für August Volvo in Stockholm um 1,52 Prozent auf 64,75 Kronen fallen. Der Lastwagenhersteller verkaufte im vergangenen Monat 52 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr. Das ist ein geringerer Rückgang als im Vormonat.

Tagessieger im Londoner "Footsie" waren unterdessen die Aktien der BT Group mit plus 4,39 Prozent auf 136,34 Pence. Marktstratege Jones machte eine Hochstufung des Telekom-Titels durch die Analysten von "Neutral" auf "Outperform" für das Plus verantwortlich. Das Ziel erhöhten die Experten wegen des Kostensenkungspotenzials von 130 auf 170 Pence.

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