Marktbericht: Europäische Börsen
Eurostoxx leicht im Minus

Ein möglicher Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China belastet den Börsenhandel in Europa. Zum Börsenschluss verzeichnen die wichtigsten Aktienmärkte leichte Verluste. Vor allem Finanzwerte leiden unter Gewinnmitnahmen.

HB PARIS/LONDON. Trotz schwacher Vorgaben konnten sich die europäischen Börsen knapp behaupten. Sorgen um einen drohenden Handelsstreit der USA mit China mit einer entsprechend negativen Wirkung auf die Wall Street hätten zunächst auf die Stimmung gedrückt und Gewinnmitnahmen ausgelöst, sagten Börsianer. In den letzten beiden Handelsstunden erholten sich die wichtigsten Indizes aber dank der besser als erwarteten Entwicklung der US-Börsen nahezu auf ihr Vortagesniveau. Händler sahen diese Erholung auch von Rohstoffwerten gestützt, die von der Stabilisierung der Gold- und Ölpreise profitierten.

Der Eurostoxx 50 verlor 0,07 Prozent auf 2 829 Punkte und schloss nahe dem Tageshoch. In der Vorwoche hatte der europäische Leitindex 3,20 Prozent gewonnen und auf einem neuen Jahreshoch geschlossen. Der Pariser CAC-40-Index fiel am Montag um 0,11 Prozent auf 3 730 Zähler. In London gewann der FTSE 100 0,15 Prozent auf 5 018 Punkte.

Tagesgewinner im Eurostoxx 50 waren Vivendi mit plus 2,97 Prozent auf 19,77 Euro. Fundamental gebe es keine Nachrichten bei dem französischen Medienkonzern, sagte ein Händler. Er verwies eher auf eine leicht positive Charttechnik, nachdem sich das Papier in den vergangenen Handelstagen korrigiert habe und sich nun von einer Unterstützung nach oben abstoße.

Finanztitel litten dagegen europaweit unter Gewinnmitnahmen, die Händlern zufolge auch von negativen Aussagen des Nobelpreisträgers Joseph Stiglitz ausgelöst worden seien. Dieser habe sich am Wochenende erneut kritisch geäußert und gesagt, er sehe Banken weiter in der Krise. Fortis hielten mit minus 4,54 Prozent auf 2,96 Euro die "Rote Laterne" im europäischen Leitindex hoch, ING Groep sackten um 3,24 Prozent auf 10,915 Euro ab. In Paris zählten die Aktien der Societe Generale mit einem Abschlag von 2,36 Prozent auf 49,60 Euro und Credit Agricole mit minus 2,48 Prozent auf 12,58 Euro zu den größten Verlierern.

Eine negative Branchenstudie von Societe Generale zum Autosektor belastete unterdessen die Aktien der französischen Autobauer. Die Analysten stuften den europäischen Autosektor von "Overweight" auf "Neutral" ab. Zudem belasteten negativ aufgenommene Aussagen von Renault . Der für das operative Geschäft zuständige Renault-Manager Patrick Pelata sagte der Zeitung "La Tribune", es gebe zwar Wachstumssignale, doch Renault habe die Krise noch nicht hinter sich. Die Renault-Aktie gab 2,75 Prozent auf 32,39 Euro ab.

Die Londoner Börse profitierte hingegen von einer Erholung der Öl- und Minenwerte, die im "Footsie" schwer gewichtet sind. Der Sektor habe von der Stabilisierung der Preise für Rohöl und Gold profitiert und die meisten Aktien seien nach anfänglichen Verlusten schließlich noch ins Plus geklettert. Bei den Minenwerten gingen Lonmin mit plus 0,58 Prozent bei 1 732 Pence aus dem Handel, Anglo American verteuerten sich um 0,54 Prozent auf 2066 Pence. Royal Dutch Shell legten als Ölwert 0,32 Prozent auf 1 728 Pence zu. Ebenfalls in London gewannen Cadbury-Aktien weitere 1,35 Prozent auf 780,50 Pence. Der britische Süßwarenproduzent wehrt sich weiter gegen eine Übernahme durch den US-Lebensmittelhersteller Kraft Foods .

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