Marktbericht: Europäische Börsen
Eurostoxx nimmt Jahreshoch ins Visier

Die wichtigsten europäischen Börsen suchen heute nach einer klaren Richtung. Aktuell liegen die Indizes knapp über dem Niveau des Vortages. Ein kleiner weiterer Anstieg reicht schon aus um ein neues Jahreshoch zu erreichen. Es fehlen aber neue Impulse. Die Anleger warten jetzt auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed.

HB PARIS/LONDON. Die europäischen Aktienindizes haben sich am Vormittag wieder ihren Jahreshochs genähert. Der Eurostoxx 50 rückte um 0,05 Prozent auf 2 883,16 Punkte vor. Sein Jahreshoch markierte der europäische Leitindex zum Ende der Vorwoche bei 2 913 Punkten und konsolidierte in der Folge. Der Pariser CAC-40-Index kletterte um 0,54 Prozent auf 3 844 Zähler nach oben. In London stieg der FTSE 100 um 0,62 Prozent auf 5 174 Punkte.

Händlern zufolge fehlen neue Impulse, denn es gebe keine entscheidenden Nachrichten von den Unternehmen oder auch der Konjunkturseite. Der Markt wolle aber offenbar dennoch nach oben und es gebe angesichts des niedrigen Zinsniveaus derzeit keine guten Anlagealternativen zu Aktien, sagte ein Händler. Aufmerksam dürfte die weitere Entwicklung des US-Dollar verfolgt werden, nachdem der Euro auf ein neues Jahreshoch gestiegen ist. Unterdessen rücken die internationalen Notenbanken mit der Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) am Abend in den Fokus. Auch das Sitzungsprotokoll der Bank of England könnte neue Hinweise zur Notenbankpolitik geben.

Ölwerte behaupteten sich gut und sie profitieren laut Händlern von den tendenziell weiter steigenden Ölpreisen. Am Morgen war der US-Ölpreis in Reaktion auf die jüngsten Daten des Industrieverbandes zu den Lagerbeständen in den USA zwar leicht zurückgekommen, am Vorabend aber kräftig gestiegen. Zu Total hieß es unterdessen, dass die Franzosen zusammen mit Venezuela 25 Mrd. $ in die Entwicklung eines Ölfeldes in der Region Orinoco investieren wollen. Die Aktie legte 0,26 Prozent auf 42,18 Euro zu. BP-Aktien gewannen in London 0,52 Prozent auf 564,00 Pence. Sie ignorierten damit einen Bericht der "Financial Times", demzufolge US-Behörden erneut Sicherheitsmängel in einer Raffinerie in Texas bemängeln.

France Telecom rutschten dagegen mit minus 0,76 Prozent auf 18,33 Euro ans Ende des Eurostoxx 50. Am Markt kursieren Spekulationen, der französische Telefonkonzern könnte an der schwedischen TeliaSonera interessiert sein. Einem Händler zufolge wird über ein Gebot von 60 Kronen je Aktie geredet. Sprecher von France Telecom und TeliaSonera lehnten jeweils einen Kommentar zu den Marktgerüchten ab. Aktien der Schweden verteuerten sich um 3,30 Prozent auf 47,00 schwedische Kronen.

Finanzwerte standen ebenfalls im Fokus. Credit Agricole kletterten mit plus 2,83 Prozent auf 14,34 Euro an die Spitze des Leitindex. BNP Paribas legten 1,74 Prozent auf 56,71 Euro zu. Die französische Großbank will laut der "Financial Times" ihre erhaltene Staatshilfe von rund fünf Mrd. Euro früher als erwartet zurückzahlen. Eine Rückzahlung wäre als positives Signal zu werten, sagte ein Analyst. Jedoch stelle sich die Frage, inwieweit die Möglichkeit einer frühzeitigen Rückzahlung in Frankreich überhaupt gegeben sei. Der Staat habe den Banken den Schutzschirm "etwas aufgedrängt". Zudem ist es aus seiner Sicht nicht sicher, ob der Zeitpunkt einer Rückzahlung wegen der Unsicherheit in dem Sektor überhaupt schon optimal ist. Allerdings zahlten andere Banken bereits zurück.

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