Marktbericht: Europäische Börsen
Leerverkäufe verboten – London legt kräftig zu

Die europäischen Börsen machen einen kräftigen Sprung nach oben. Besonders in London gibt es rasante Kursgewinne. Aktien britischer Banken legen bis zu 40 Prozent zu, nachdem die Londoner Finanzaufsicht Leerverkäufe für Finanztitel unterbunden hat.

HB PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen haben dank Überlegungen der US-Regierung für eine Auffanglösung für die gesamte amerikanische Finanzbranche einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. "Derzeit ist Vertrauen der wichtigste Faktor - dieses kann aber nur vollständig zurückgebracht werden, wenn Rettungspläne auf beiden Seiten des Atlantiks durchgeführt werden", sagte ein Händler. Er rechnet zudem mit einem im Verlauf noch stark schwankenden Handel, da der große Verfallstag an der Terminbörse Eurex ansteht.

Der EuroSTOXX 50 legte gegen Mittag um 5,53 Prozent auf 3 166,74 Zähler zu. Der STOXX 50 gewann 6,73 Prozent auf 2 742,35 Punkte. Der französische CAC-40-Index kletterte um 5,77 Prozent auf 4 186,40 Zähler. Der Londoner FTSE 100 sprang um 6,95 Prozent auf 5 219,30 Punkte hoch.

Angeführt wurde die Erholung europaweit von den Finanztiteln. Besonders in London gab es rasante Kursgewinne, da die Londoner Finanzaufsicht (FSA) Leerverkäufe (short selling) für Finanztitel für die kommenden vier Monate unterbunden hat. So schossen beispielsweise Barclays um 27,24 Prozent auf 392,00 Pence nach oben, Royal Bank of Scotland (RBS) sprangen um 42,46 Prozent auf 230,25 Pence an. Auch Lloyds TSB Group und Aktien von deren Übernahmeziel HBOS legten mehr als 30 Prozent zu.

Auch auf dem Festland ging es für Banken- und Versicherungstitel deutlich hoch: Credit Agricole kletterten um 20,26 Prozent auf 13,71 Euro, für den Versicherer Aegon , der zusätzlich Kosteneinsparungen bekannt gab, ging es um 20,58 Prozent auf 7,50 Euro nach oben. In der Schweiz zogen UBS um 27,40 Prozent auf 20,32 Franken an.

Aktien der Bank of Ireland gewannenm 25,13 Prozent auf 4,73 Euro. Händlern zufolge gibt es Spekulationen um ein Interesse der spanischen Bank Santander . Deren Aktien gewannen im Zuge der allgemeinen Markterholung 7,84 Prozent auf 10,73 Euro. Santander soll unterdessen einen Kommentar zu den Gerüchten abgelehnt haben, sagten Börsianer.

EADS gewannen in Paris 3,50 Prozent auf 14,06 Euro. Händler verwiesen auf Aussagen des Quantas-Chef Geoff Dixon, denen zufolge sich die australische Fluggesellschaft in Gesprächen über eine Auftragserhöhung zum A380 befände. Unterdessen hat Quantas bei Rolls-Royce Trent-900-Triebwerke im Werte von 575 Mill. Dollar (rund 400 Mill. Euro) bestellt. Das bescherte Rolls-Royce ein Plus von 5,42 Prozent auf 369,75 Pence.

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