Marktbericht
Europas Aktienmärkte nach Höhenflug ohne Richtung

Nach dem Kursfeuerwerk am Vortag haben sich die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag ohne einheitliche Richtung präsentiert. Dies galt insbesondere für die nach wie vor im Mittelpunkt des Börsengeschehens stehenden Finanzwerte. Einige Bankaktien setzten ihre Erholung fort, während die Kurse von Wettbewerbern von Subprime-Ängsten belastet wurden.

HB FRANKFURT. Während die Titel der Royal Bank of Scotland (RBS) von Marktgerüchten über hohe Abschreibungen belastet wurden, setzten die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse ihren Erholungskurs fort. Bei insgesamt sehr geringen Kursausschlägen notierte der Stoxx50 für die 50 größten börsennotierten europäischen Unternehmen nahezu unverändert bei 3 695 Punkten; der Euro-Stoxx50 für die 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone legte 0,2 Prozent auf 4330 Zähler zu.

Zu Handelsbeginn profitierten die europäischen Märkte noch von der Hoffnung auf eine weitere Zinssenkung in den USA. Die US-Aktienmärkte hatten mit deutlichen Aufschlägen geschlossen, nachdem der Vizechef der US -Notenbank (Fed), Donald Kohn, eine weitere Zinssenkung angedeutet hatte. Dies zog auch die Märkte in Asien mit, wo insbesondere Finanzwerte gekauft wurden. Am Mittag wiesen die Index-Futures allerdings auf eine schwächere Eröffnung der Wall Street hin. Börsianer richten nun ihren Blick auf die im weiteren Tagesverlauf erwartete Veröffentlichung von Konjunkturdaten in den USA. Im Blickpunkt stehen insbesondere die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, vorläufige Daten zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal (beide 14:30 MEZ) und Zahlen zum Absatz neuer Eigenheime (16:00 Uhr MEZ).

Das Kursplus der beiden Schweizer Großbanken begründeten Händler mit der Erwartung, dass sich die US-Hypotheken- und Kreditkrise ein wenig entspannen könnte. Beide Titel legten bis zu zwei Prozent zu. Auf der Gewinnerseite bei den europäischen Banken standen auch die Titel des belgisch-niederländischen Finanzkonzerns Fortis, die knapp zwei Prozent gewannen. Zuvor hatte der chinesische Lebensversicherer Ping An Insurance bekannt gegeben, hat für 1,81 Mrd. Euro einen Anteil von 4,2 Prozent Fortis gekauft zu haben.

Hingegen trennten sich Investoren von RBS -Aktien, die 2,5 Prozent verloren. Zuvor waren Gerüchte aufgekommen, wonach die britische Bank wegen der Subprime-Krise wie andere Institute zuvor schon hohe Abschreibungen vornehmen muss. "Die Märkte fürchten eine Rezession in den USA“, schreiben die ING-Analysten.

Unter Verkaufsdruck standen die Aktien der beiden größten europäischen Fluggesellschaften Air France -KLM und Lufthansa, die 2,2 beziehungsweise 1,5 Prozent verloren. Beide Airlines stehen auf einer Liste von möglichen Investoren für die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia, welche die Citigroup zusammengestellt hat. Die US-Großbank berät das italienische Unternehmen. Alitalia -Aktien notierten leicht im Plus.

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