Marktbericht
Europas Börsen schließen freundlich

Die europäischen Börsen haben am Dienstag nach einem schwankungsanfälligen Handel freundlich geschlossen. Besonders die Aktien von Banken wurden von einem zusätzlichen Hilfspaket der US-Notenbank beflügelt.

HB PARIS/LONDON. Die Fed will mit zwei weiteren Programmen zum Aufkauf bestimmter forderungsbesicherter Wertpapiere erreichen, dass der derzeit quasi eingefrorene Kreditmarkt für Hausbau-Darlehen, aber auch für Verbraucher- und Unternehmenskrediten, wieder in Gang kommt. Leichte Gewinnmitnahmen an den US-Börsen bremsten die Kurse in Europa später etwas.

Der Eurostoxx 50 gewann zum Handelsschluss 0,24 Prozent auf 2 385,90 Zähler. Der Londoner Ftse 100 schaffte zur Schlussglocke noch den Sprung ins Plus und stieg um 0,44 Prozent auf 4 171,25 Punkte. Der französische CAC-40-Index hielt sich mit 1,18 Prozent auf 3 209,56 Zähler am deutlichsten in der Gewinnzone. Börsianer sagten, dass der Handel derzeit stark von kurzfristig orientierten Anlegern getrieben sei. "Einen Sack Flöhe hüten ist im Moment leichter", kommentierte einer.

Finanzwerte zählten nach der Fed-Maßnahme zu den Favoriten in ganz Europa. So gewannen Societe Generale 8,96 Prozent auf 30,935 Euro und standen damit an der Spitze im Eurostoxx. BNP Paribas legten um 3,97 Prozent auf 40,55 Euro zu und für Credit Agricole ging es um 7,68 Prozent auf 8,34 Euro hoch.

Barclays gewannen in London nach der Zustimmung der Aktionäre für die umstrittene Kapitalerhöhung 13,99 Prozent auf 155,625 Pence. Unterdessen schossen Standard Chartered um 15,86 Prozent auf 879,00 Pence hoch. Die Beschaffung von 1,8 Mrd. Pfund frischen Kapitals über die Ausgabe von Bezugsrechten habe die Sorgen über die Kapitalposition der britischen Bank gedämpft, hieß es am Markt. Analysten senkten zwar durch die entstehende Verwässerung ihre Schätzungen, lobten die Maßnahme aber als "richtigen Schritt."

Ansonsten stand die geplatzte Übernahme von Rio Tinto durch BHP Billiton im Fokus. Die weltgrößte Minengesellschaft wollte den Konkurrenten für ursprünglich 147 Mrd. Dollar (114 Mrd. Euro) übernehmen. Neben der Finanzkrise nannte BHP Billiton in Sydney auch die fallenden Rohstoffpreise als Grund für das Ende der Übernahmeschlacht. Die Aktien von Rio Tinto brachen daraufhin um 36,73 Prozent auf 1 580,00 Pence ein und zogen auch die Konkurrenten wie Antofagasta oder Lonmin mit nach unten. Für die BHP-Titel ging es um 7,24 Prozent auf 1 099,00 Pence hoch. In einer ersten Reaktion zeigten sich Marktteilnehmer zwar überrascht, bewerteten den Schritt aber überwiegend positiv. Das seien gute Nachrichten besonders für Stahlhersteller, sagte ein Experte. So kletterten Arcelormittal um 7,09 Prozent auf 17,75 Euro.

Unterdessen gaben die Aktien der französische AXA nach einer Gewinnwarnung um 2,38 Prozent auf 13,12 Euro nach. Der zweitgrößte europäische Versicherer hat wegen der Finanzmarktkrise sein Gewinnziel gekappt. Die Titel des Konkurrenten ING Groep verloren 1,03 Prozent auf 6,22 Euro.

BT Group standen auf den Verkaufslisten der Anleger, nachdem Merrill Lynch die Aktien des Telekomkonzerns von "Buy" auf "Neutral" herabgestuft und das Kursziel für die Briten von 190 Pence auf 140 Pence gekürzt hat. Der Konzern sei zunehmend konfrontiert mit dem deutlichen Rückgang der Konsumausgaben im Heimatland, hieß es in der Studie. Die Aktien verloren 3,55 Prozent auf 131,625 Pence.

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