Marktbericht
Europas Börsen weiter im Minus

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch ihren Abwärtstrend fortgesetzt. Der Eurostoxx als Leitindex der Eurozone ging auf dem tiefsten Stand seit April aus dem Handel. Die Anleger hätten realisiert, dass die Wirtschaftserholung wohl alles andere als schnell gelingen werde, sagten Marktteilnehmer.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen haben am Mittwoch ihren Abwärtstrend fortgesetzt. Der Eurostoxx als Leitindex der Eurozone ging auf dem tiefsten Stand seit April aus dem Handel. Die Anleger hätten realisiert, dass die Wirtschaftserholung wohl alles andere als schnell gelingen werde, sagten Marktteilnehmer. Der heftige Konjunktureinbruch hat die Zahl der Firmen-Insolvenzen in Deutschland im April weiter steigen lassen. Allerdings zog die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes der größten Volkswirtschaft Europas im Mai deutlich stärker als erwartet an.

Der Eurostoxx 50 rutschte um weitere 1,27 Prozent auf 2 291,33 Punkte ab. In Paris sank der CAC-40-Index um 1,27 Prozent auf 3 009,71 Zähler. Der Londoner Ftse 100 verlor 1,12 Prozent auf 4 140,23 Punkte.

Alleine der Gesundheitssektor konnte sich aus Branchensicht dem Verkaufsdruck entziehen - der Subindex des marktbreiten Stoxx 600 legte um 0,57 Prozent zu. Die größten Verlierer kamen aus den Reihen der Immobilienwerte, Finanztitel, Automobilwerte und Rohstoffaktien.

Aktien von Renault schlossen im Eurostoxx mit minus 7,47 Prozent auf 22,84 Euro. Die Stahltitel von Arcelormittal verloren 4,85 Prozent auf 21,01 Euro, gefolgt von Anteilen des Versicherers Aegon , die 4,00 Prozent auf 3,845 Euro einbüßten. SAP führten dagegen die überschaubare Liste von lediglich fünf Gewinnern mit einem Zuwachs von 2,29 Prozent auf 27,945 Euro an.

Bankentitel tendierten europaweit zumeist sehr schwach. Barclays etwa verloren 3,04 Prozent auf 289,76 Pence. Großbritanniens Finanzminister Alistair Darling will einen Entwurf vorlegen zur Vermeidung von erneuter Kreditknappheit bei Banken. Die Vorlage dürfte den Aufbau von Kapitalreserven sowie eine permanente Kontrolle der Aktivitäten der Kreditinstitute vorsehen.

Versorger hielten sich dagegen vergleichsweise stabil. Enel gaben nach zwischenzeitlichem Kursplus um unterdurchschnittliche 0,46 Prozent auf 3,2 525 Euro nach. Die Titel profitierten auch von einer Aktienumstufung von "Neutral" auf "Buy" durch Goldman Sachs. Steigende Energiepreise und Verkäufe von nicht zum Kerngeschäft zählenden Beteiligungen seien die Wachstumstreiber bei den Versorgern, schrieben die Analysten. Bei Enel seien auch die negativen Nachrichten aus dem ersten Halbjahr bereits eingepreist und die Papiere seien im Branchenvergleich sehr günstig.

Anteilsscheine von Eon gewannen 1,66 Prozent auf 23,33 Euro. GDF Suez sanken indes um 1,22 Prozent auf 24,775 Euro. Die EU verhängte wegen verbotener Absprachen zu Lasten der Gasverbraucher eine milliardenschwere Kartell-Strafe gegen die Energiekonzerne verhängt. Damit bestrafte die EU-Kommission erstmals Wettbewerbsverstöße im Energiesektor und sprach zugleich die zweithöchste Kartell-Strafe überhaupt aus. Laut Händlern lag die Strafe aber im Rahmen der Erwartungen. In Paris verteuerten sich außerdem Electricite de France (EdF) .

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