Marktbericht: Export- und Finanzwerte belasten
Stimmung an Asiens Börsen kühlt weiter ab

Die Börsen in Asien haben am Mittwoch Verluste hinnehmen müssen. Vor allem Exportwerte wie Sony-Aktien litten unter einem starken Yen. Doch auch die Furcht der Anleger vor einer schwachen Bilanzsaison drückte die Stimmung auf dem Parkett.

HB TOKIO/HONGKONG. Der Elektrokonzern Sharp schürte die Ängste der Investoren, weil er seine Verlustprognose für das Geschäftsjahr verdoppelte. Auch Finanzwerte standen angesichts neuer Sorgen um den Sektor auf der Verliererseite. Handelshäusern machte ein Rückgang des Ölpreises zu schaffen. Einige Händler sprachen zudem von Gewinnmitnahmen nach der 25-Prozent-Rally in den vergangenen Wochen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 2,7 Prozent im Minus bei 8 595 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,1 Prozent auf 815 Punkte. Die Börse in Hongkong gab gut vier Prozent nach, und der Aktienmarkt in Südkorea verlor knapp drei Prozent. Die Börsen in Taiwan, Shanghai und Singapur büßten jeweils mehr als zwei Prozent ein.

"Ich glaube, Runde eins der Rally könnte zu Ende sein", sagte Katsuhiko Kodama von Toyo Securities. Kurz vor der Bilanzsaison seien schlechte Nachrichten zwar möglicherweise schon eingepreist. "Aber wenn man die Zahlen tatsächlich vor Augen hat, ist das noch einmal anders." Die heiße Phase der Bilanzsaison in Japan beginnt am Donnerstag, wenn Einzelhändler wie Seven & I Holdings ihre Jahresergebnisse vorlegen.

Der Technologiekonzern Sharp verdoppelte aber schon am Mittwoch seine Verlustprognose für das gerade zu Ende gegangene Geschäftsjahr. Die Papiere des weltweit drittgrößten Herstellers von LCD-Fernsehern verbilligten sich um gut sechs Prozent.

Der Dollar fiel unter 100 Yen, was die Anleger um die Profite japanischer Exporteure fürchten ließ. Ein stärkerer Yen schmälert die Gewinne, die japanische Firmen im Ausland machen. So gab der Aktienkurs des Elektronikkonzerns Sony um knapp fünf Prozent nach. Anderen Export- und Technologiewerten erging es ebenfalls schlecht: Canon verlor rund 5,5 Prozent, während Kyocera 4,4 Prozent einbüßte. Diese Unternehmen hatten auch damit zu kämpfen, dass US-Technologieriesen wie Apple an Boden verloren.

Vor Ostern werden Gewinne gesichert

"Ein höherer Yen und ein Rückgang anderer asiatischer Werte drücken auf die Stimmung", sagte Shinji Igarashi von Chuo Securities. "Die Marktteilnehmer blicken zudem darauf, wie stark Investoren im Ausland vor dem Oster-Wochenende Gewinne mitnehmen. In New York hatte der Der Dow-Jones-Index der Standardwerte 2,3 Prozent tiefer bei 7789 Punkten geschlossen.

Die Angst vor neuen Belastungen durch unverkäufliche Wertpapiere machte den Bankwerten erneut zu schaffen. So gab etwa Mitsubishi Financial 3,75 Prozent nach, während Sumitomo Mitsui Financial fast vier Prozent verlor. Bereits an der Wall Street hatte die Nachricht für Unruhe gesorgt, dass der Internationale Währungsfonds die Belastungen durch toxische Wertpapiere mittlerweile auf vier Billionen Dollar beziffern soll.

Der Ölpreis fiel um rund 1,7 Prozent auf 48,32 Dollar je Barrel, was den Kurs von Handelshäusern wie Mitsubishi Corp und Mitsui belastete: Mitsubishi gab 1,8, Mitsui 2,4 Prozent nach.

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