Marktbericht Fernost
Asiens Börsen folgen der Wall Street nur zögerlich

Die Anleger in Asien haben in die Jubelarien der amerikanischen Anleger nach dem deutlichen Zinsschritt der US-Notenbank nur verhalten eingestimmt. Zwar stiegen auch in Fernost die meisten Aktienkurse. Die Gewinne fielen jedoch wesentlich verhaltener aus als an der Wall Street.

HB TOKIO. Der deutliche Zinsschritt der US-Notenbank hat auch an den meisten asiatischen Aktienmärkten die Stimmung aufgehellt. an der wichtigsten Börse der Region in Tokio hingegen brachte die Entscheidung der Fed nur einen kurzen Impuls. Der Nikkei-225-Index legte zunächst um zwei Prozent zu, gab später einen Großteil seiner Gewinne aber wieder ab. Zum Handelsschluss lag der Nikkei noch 44,5 Punkte bzw. rund 0,5 Prozent im Plus bei 8 612 Punkten. In New York hatte der Dow Jones Index noch 4,2 Prozent auf 8 924 Punkte zugelegt.

Auf die Stimmung der Anleger in Tokio drückte vor allem der starke Yen. Nach dem Zinsbeschluss der Fed, die ihren Leitzins in einen Zielkorridor von null bis 0,25 Prozent zurücknahm und damit sogar das japanische Zinsniveau untertrifft, stieg der Yen - wie auch andere Währungen - zum Dollar deutlich an. Am Morgen war ein Dollar nur noch rund 88,60 Yen wert. Damit lag der Greenback nahe eines 13-Jahres-Tiefs. Zeitweise rutschte der Nikkei daraufhin sogar ins Minus. Die Bewegung wurde aber gestoppt, als Berichte aufkamen, Finanzminister Shoichi Nakagawa plane Interventionen am Devisenmarkt.

Der Anstieg des Yen drückte vor allem auf die Aktien von exportorientierten Unternehmen, die angesichts der drohenden globalen Rezession ohnehin schon mit Nachfragerückgängen rechnen und mit einer teuren Landeswährung weiter in Rückstand geraten. Zu den klaren Verlierern gehörte der Autohersteller Honda. Das Unternehmen gab wie erwartet eine Gewinnwarnung ab. Für das Gesamtjahr rechnet Japans zweitgrößter Autobauer nun mit 62 Prozent weniger Gewinn. Im zweiten Halbjahr des bis Ende März laufenden Geschäftsjahres droht sogar erstmals seit einem Jahrzehnt ein Verlust. Die Honda-Aktie verlor gut vier Prozent. Auch die Aktien der anderen japanischen Autobauer gaben nach.

Zu den Gewinnern in Tokio zählten hingegen die Aktien von Immobilienentwicklern. Die Hoffnung auf eine weitere Zinssenkung der Bank of Japan im Gefolge der Fed sorgte am Markt für Fantasie, dass die Entwicklungsgesellschaften noch günstigere Finanzierungen erhalten könnten. Die Aktien von Mitsubishi Estate, Japans nach Marktwert größtem Immobilienentwickler, stiegen um zehn Prozent.

Auch an anderen asiatischen Börsen führten Immobilienentwickler die Gewinnerlisten an. Insgesamt dominierten an den meisten Handelsplätzen die positiven Vorzeichen: Der Hang-Seng-Index in Hongkong gewann 0,9 Prozent, in Taiwan legte der Taiex-Index rund 0,5 Prozent zu und in Seoul stieg der Kospi um 0,7 Prozent. Verluste mussten Anleger lediglich in Pakistan und Indien hinnehmen.

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