Marktbericht Fernost
Börse Tokio gewinnt

Inflationssorgen haben am Freitag weiter das Geschehen auf den Aktienmärkten Asiens dominiert. Während in Japan, Taiwan und Südkorea positive Einflüsse die Indizes ins Plus drehen ließen, überwog in China und Hongkong die Furcht vor den Folgen einer Preisspirale und einer lahmenden Weltkonjunktur.

HB TOKIO/SCHANGHAI. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,6 Prozent im Plus bei 13 973 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann dort bis Handelsschluss ebenfalls 0,6 Prozent auf 1371 Punkte. Die Börsen in Seoul und Taiwan legten jeweils rund ein halbes Prozent zu. Die Aktienmärkte in Schanghai, Singapur und Hongkong notierten dagegen im Minus.

Die Börsen in Tokio und Seoul wurden vor allem von Exportwerten wie Sony und Samsung gestützt, die jeweils rund 1,6 Prozent zulegten. Doch der Tokioter Nikkei verzeichnete trotz der positiven Tagesbilanz auf Wochensicht den größten Rückgang seit drei Monaten.

"Wie in New York haben auch auf dem Tokioter Markt die Inflationssorgen dramatisch zugenommen", sagte Katsuhiko Kodama von Toyo Securities. "Der Effekt eines schwächeren Yen wird von den Sorgen über Inflation und mögliche Zinserhöhungen aufgezehrt." Der Dollar gab zum Yen nach auf 107,90 Yen, nachdem er am Vortag mit 108,08 Yen so hoch gehandelt worden war wie schon seit fast vier Monaten nicht mehr. Der Euro blieb praktisch unverändert bei 1,5450 Dollar.

Der Preis für Rohöl sank leicht auf 136,83 Dollar je Barrel, entfernte sich aber noch immer nicht wesentlich vom Rekordhoch der vergangenen Woche von mehr als 139 Dollar. "Die übergeordneten makroökonomischen Faktoren bleiben düster", sagte Bae Sung-Young von Hyunday Securities in Seoul und verwies auf den anhaltend hohen Ölpreis, den Inflationsdruck und das sich verlangsamenden Wachstums der Weltwirtschaft.

Unter Druck gerieten vor allem Reedereien wie in Japan die Mitsui OSK Lines und in Südkorea die Hanjin Shipping Co, weil ein zentraler Index für Frachttarife den bisher größten je verzeichneten Rückgang innerhalb eines Tages verzeichnete. Hintergrund waren Befürchtungen, dass die Nachfrage nach Rohstoffen aus großen Verbraucherländern wie China nachlassen könnte. Der hohe Ölpreis tat sein übriges. So verloren Mitsui OSK Lines 3,4 Prozent, während sich die heimischen Konkurrenten Kawasaki Kisen um 3,3 und Nippon Yusen um 2,7 Prozent verbilligten. Hanjin Shipping in Korea gab 2,2 Prozent nach.

Die größten Verluste musste die Börse in Shanghai verkraften. Hier verdarben trübe Aussichten für die Zukunft gründlich die Stimmung der Anleger. "Investoren fürchten, dass der Markt in einen langfristigen Abschwung hereingeraten ist, der bis weit nach den Olympischen Spielen im August dauern könnte.", sagte Li Shiming von Xiangcai Securities. Die guten Vorgaben aus New York konnten in Shanghai also nicht die profunde Zukunftsangst nehmen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte am Donnerstag 0,5 Prozent auf 12 142 Punkte zugelegt. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 0,3 Prozent auf 1340 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 2404 Punkte.

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