Marktbericht Fernost
Talfahrt setzt sich an Asiens Börsen fort

Die hohen Verluste der Wall Street und neue Sorgen um die Weltkonjunktur haben auch die asiatischen Börsen in ein neues Tief gestürzt. Der Nikkei verlor mehr als sechs Prozent. Hoffnungen auf eine Zinssenkung der japanischen Zentralbank erfüllten sich nicht.

rad/HB TOKIO. Die neuerliche Abwärtsbewegung an den internationalen Börsen hat sich in Asien fortgesetzt. In Tokio verlor der Nikkei-Index 6,35 Prozent auf und rutschte auf 7 863 Punkte, in Hongkong rutschte der Hang-Seng-Index um rund fünf Prozent ab. Die düsteren Aussichten für die Weltkonjunktur sowie die schlechten Vorgaben aus New York. Für japanische Aktien erwies sich zudem der steigende Yen einmal mehr als Belastung. Und auch die Notenbank enttäuschte die Anleger.

Am Vortag hatten schlechte Wirtschaftsnachrichten den Dow-Jones-Index in New York um fast acht Prozent einbrechen lassen. Wissenschaftler des privaten Nationalen Büros für Wirtschaftsforschung (NBER) hatten zuvor mitgeteilt, dass sich die USA in einer Rezession befinden - und das schon seit Dezember 2007. Viele Experten sind der Ansicht, dass die Rezession noch mindestens bis Mitte 2009 andauern wird.

"Wenn sich die US-Wirtschaft in einer Rezession befindet, sind Investoren auch pessimistisch hinsichtlich der Lage der Weltwirtschaft", sagte der Analyst Yutaka Miura in Tokio. Japan selbst ist ebenfalls bereits in der Rezession angekommen. Die Notenbank hatte deswegen für Dienstag morgen ein Krisentreffen anberaumt. Das Ergebnis waren allerdings keine Zinssenkungen, wie die Bank of Japan mitteilte. Stattdessen einigten sich die Notenbank-Gouverneure auf Maßnahmen, mit denen sie den Kreditmarkt stützen wollen. So akzeptiert die Notenbank künftig auch Unternehmensanleihen mit schlechteren Ratings bis "BBB" als Sicherheiten.

An der Börse in Tokio baute der Nikkei seine Verluste nach der Mitteilung der Notenbank noch etwas aus und beendete den Handel auf seinem Tagestief. Für zusätzlichen Verkaufsdruck sorgten Meldungen, wonach die Stimmung in Japans Industrie im November so stark gesunken ist wie nie zuvor. Dies verstärkte die Sorgen um die japanische Wirtschaft: Die Anleger wussten, dass es der Wirtschaft schlecht geht, aber die Daten zeigen, dass sie viel stärker eingebrochen ist als erwartet", sagte Soichiro Monji, Chefstratege bei Daiwa SB Investments. "Inzwischen ist klar, dass es nicht mehr nur um die USA, sondern um die ganze Welt geht."

Weil der japanische Yen im Zuge der allgemeinen Risikoaversion weiter zulegte, gerieten vor allem Exportwerte im Nikkei unter Druck. Honda-Aktien verloren rund 6,5 Prozent an Wert. Die Papiere des Rivalen Toyota gaben mehr als drei Prozent ab. Noch härter traf es einige Technologie-Unternehmen: TDK Corp rutschten 10,5 Prozent ins Minus, der Chiphersteller Kyocera verlor sechs Prozent und Canon-Aktien gaben fünf Prozent nach.

In Hongkong gab der Hang-Seng-Index in der ersten Handelshälfte 4,9 Prozent auf 13 412 Punkten ab. Zuvor war der Index allerdings an den fünf vorangegangenen Handelstagen um insgesamt 13,3 Prozent gestiegenRohstoff-Aktien führen die Liste der Verlierer an. So geben CNOOC um 9,2 Prozent nach, Chalco um 8,1 Prozent. Auch in Singapur, Indien, Taiwan, Südkorea und Australien gaben die Leitindizes kräftig nach.

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